Minutiös geplant: Das Rezept der Apple-Keynotes

9. September 2014, 10:10
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Statistiken und Beobachtungen zu den Produkt-Shows des Konzerns im Wandel der Zeit

Elektronikhersteller Apple ist nicht nur für seine Produkte wie das iPhone bekannt, sondern auch für eine gewisse Vorliebe für elegante Präsentation. Von der Verpackung bis zum Werbespot legt man den Fokus auf Ästhetik und Wirkung. Die großen Events zur Vorstellung neuer Hard- und Software bilden dabei keine Ausnahme.

Auch sie verfügen über eine Struktur. Das Konzept verfolgt das Ziel, das Publikum nicht nur über die Existenz neuer Hard- und Software in Kenntnis zu setzen, sondern möglichst gleich dafür zu begeistern. Quartz hat sich den Ablauf der Show im Wandel der Zeit angesehen.

88 Minuten im Schnitt

Rund 30 Präsentationen hat Apple seit der Vorstellung des ersten iPhone im Januar 2007 abgehalten, 27 davon finden sich auch im Keynotes-Podcast auf iTunes. Eine Apple-Show ist im Schnitt 88 Minuten lang und besteht im Kern aus Vorträgen und Live-Demos durch Apple-Manager und kurzen Auftritten von führenden Köpfen der IT-Branche, untermalt mit minimalistischen Präsentations-Slides und Videos.

Von der Jobs-Show zur Apple-Show

Während sich heute mehrere Apple-Vertreter die Bühne teilen, standen frühere Events ganz unter der Ägide des einstigen Konzernchefs Steve Jobs. Mehr als 90 Minuten verbrachte er bei der iPhone-Enthüllung im Rampenlicht, unterbrochen nur von kurzen Auftritten von Partnern wie dem damaligen Google-Chef und Apple-Vorstandsmitglied Eric Schmidt.

Das änderte sich in den Jahren darauf, wohl auch bedingt durch die zunehmend angegriffene Gesundheit von Jobs, der im Oktober 2011 schließlich einem Krebsleiden erlag. Seinen letzten Auftritt gab er am 6. Juni des Jahres zur Eröffnung der hauseigenen Entwicklerkonferenz WWDC, wo er die iCloud und iOS 5 vorstellte.

Schon zuvor hatten sich seine Auftritte deutlich verkürzt. Mehr Bühnenzeit erhielten dafür Marketingchef Phil Schiller und der 2012 aus dem Unternehmen ausgeschiedene iOS-Entwicklungschef Scott Forstall.

Tim Cook als Showmaster

Der heutige Konzernchef Tim Cook betätigt sich bei den Keynotes mehr als Showmaster. Üblicherweise leitet er den Event ein, oft garniert mit Seitenhieben auf die Konkurrenz, und übergibt dann Phil Schiller für Hardwarevorstellungen und Software-Chef Craig Federighi für Neuigkeiten zu Apples Betriebssystemen. Dabei verbringt er üblicherweise weniger als 20 Minuten auf der Bühne.

Entertainer Federighi

Quartz analysierte auch, wer das Publikum am ehesten zu begeistern vermochte. Steve Jobs hatte zur Vorführung der lokalen Suche am iPhone einst gar einen Scherzanruf bei einem nahe gelegenen Starbucks-Cafe getätigt. Errechnet wurde, wie oft ein Apple-Vertreter pro Stunde Bühnenzeit zum Lachen bringen konnte. Tim Cook und Phil Schiller versetzten das Zwerchfell ihrer Zuseher hierbei 17-mal in Schwingung, Craigh Federighi sorgte mit 32 erheiterten Reaktionen jedoch für die meiste Unterhaltung.

Eine halbe Stunde bis zum iPhone

Last, but not least wurde auch erhoben, zu welchem Zeitpunkt in einer Keynote das jeweils neue iPhone enthüllt wurde. Im Schnitt lüftet Apple nach etwa einer halben Stunde den Schleier. Ausnahmen stellen dabei aber das iPhone 3G und das iPhone 3GS dar. Hier ließ man die Zuschauer 85 bzw. 102 Minuten lang schmoren, ehe man das neue Smartphone herzeigte. (gpi, derStandard.at, 09.09.2014)

  • Bei der Vorstellung des ersten iPhone verbrachte Steve Jobs mehr als 90 Minuten auf der Bühne.
    foto: reuters

    Bei der Vorstellung des ersten iPhone verbrachte Steve Jobs mehr als 90 Minuten auf der Bühne.

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