Die Post bringt auch Lebensmittel

9. September 2014, 09:49
58 Postings

Gestartet wird in Oberösterreich im Großraum Linz. Läuft die Sache, denkt die Post an einen österreichweiten Aufbau

Wien - Die österreichische Post will größer in die Hauszustellung von Lebensmitteln einsteigen. Erster Partner in einem Pilotprojekt ab November ist die Handelsgruppe Pfeiffer, zu der u.a. auch Zielpunkt gehört. Start ist in Oberösterreich im Großraum Linz.

Geht der Plan auf, denkt die Post im ersten Halbjahr 2015 an einen österreichweiten Ausbau - dann auch mit weiteren Handelskonzernen, die den Onlinehandel mit Lebensmitteln forcieren.

Ins Haus geliefert werden - ausschließlich online bestellte - Lebensmittel in genormten Boxen von den Paketzustellern der Post. "Wenn man einen eigenen Botendienst aufbauen müsste, wäre das nicht leistbar", sagte Post-Paket- und Logistikvorstand Peter Umundum am Montag vor Journalisten. Die Paket-Lebensmittelzustellung würde deshalb ins eigene Netz integriert. Konkret heißt dies für die Kunden, dass sie also bei ausgewählten Uni-Markt oder Pfeiffer-Filialen ihren Einkauf am besten am Vormittag erledigen, damit er am gleichen Tag noch geliefert wird.

Über die Kosten-Aufteilung verhandeln Post und Pfeiffer zur Zeit noch. Die Konsumenten wird dieser Service voraussichtlich das Doppelte bis Dreifache eines traditionellen Pakets kosten, schätzt der Postvorstand.

Abendzustellung

Dafür gibt es auch Abendzustellung. Die Lebensmittelmenge ist durch die Lieferboxen limitiert. Bierkisten oder ähnlich Sperriges scheiden damit einmal aus. Schwerer als 31 Kilogramm darf der Einkauf nicht sein. Außerdem muss ein in eine Box passen, die im Höchstfall 48 Liter umfasst. Die Abmessungen der größten Box: 60 x 40 x 40 Zentimeter.

Der Post-Vorstand sieht einen enormen Markt für solche Hauszustelldienste für Lebensmittel. In Großbritannien sei dieser Markt schon weit entwickelt. Zielgruppe sind vor allem ältere Menschen, die sich schwertun, Lebensmittel heimzutransportieren, Berufstätige, die sich lieber einmal in der Woche ein "Zustellfenster" ausmachen, aber auch Mütter mit kleinen Kindern, die nicht so mobil sind.

Parallel zur seit März vorbereiteten oberösterreichischen Lebensmittelzustellung für Pfeiffer gibt es in Tirol einen kleinen Pilotversuch, hier ist der Postkunde MPreis.

Die börsenotierte Post setzt im Inland mit der Paketbeförderung pro Jahr 270 bis 280 Mio. Euro um. Zusammen mit den Paketdiensten in den ausländischen Niederlassungen und Beteiligungen sind es rund 850 Millionen. (APA/red, derStandard.at, 9.9.2014)

  • Im Briefkasten landen die Lebensmittel selbstverständlich nicht.
    foto: apa/schneider

    Im Briefkasten landen die Lebensmittel selbstverständlich nicht.

Share if you care.