Einmal alles, bitte

8. September 2014, 18:19
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Verrückte Konzernchefs, korrupte Politiker und diverse andere Grenzgänger zwischen Mensch und Vampir verbreiten Endzeitstimmung

Eine Passagiermaschine landet in New York, und mit nur wenigen Ausnahmen sind alle darin befindlichen Fluggäste tot. Offensichtlich hat ein schreckliches tödliches Virus hier seinen Weg in die USA gefunden. Dunkle Machenschaften sind natürlich auch im Spiel - wie überhaupt in der Folge das Böse an sich wieder einmal sein schreckliches Haupt erhebt, sich die Sonne verdunkelt und blutrünstige Vampire und Zombies zwischen Manhattan und Queens umgehen.

Dr. Ephraim Goodweather, (Corey Stoll aus House of Cards) bald selbst auf der Flucht befindlicher New Yorker Seuchenexperte, versucht in der neuen Serie "The Strain", dem Bösen gemeinsam mit einer Kollegin und einem mysteriösen alten Pfandleiher aus Europas altem Osten Einhalt zu gebieten. Es fließt jede Menge Blut. Obduktionen, Amputationen, verrückte Konzernchefs, korrupte Politiker und diverse andere Grenzgänger zwischen Mensch und Vampir verbreiten Endzeitstimmung.

Wir sehen Rückblenden auf Konzentrationslager im Dritten Reich, den Versuch der Rettung einer Kleinfamilie in Zeiten des Terrors (Das Homeland-Syndrom). Und überhaupt wird dem Seher jede Menge Nervenstärke abverlangt. Was in den 1970er-Jahren noch in Schmuddelkinos in Form von billigen Zombiefilmen für entrüstete Kommentare der Katholischen Filmkommission sorgte, hat in den USA längst Einzug ins Hauptabendprogramm von Kabelsendern gefunden.

Ein regulärer Start der Serie in deutscher Synchronisation steht noch in den Sternen. Aber das lockt natürlich heute auch längst keine junge männliche Zielgruppe mehr hinter den Laptops und aus der Piratenbucht hervor. (Christian Schachinger, DER STANDARD, 9.9.2014)

  • Corey Stoll.
    foto: fx

    Corey Stoll.

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