Momentan 60 Syrien-Rückkehrer in Österreich unter Beobachtung

8. September 2014, 15:06
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Innenministerium: Weder Dementi noch Bestätigung der Berichte über mutmaßlich verstorbenen Österreicher und IS-Kämpfer Abdulwahab

Wien - In Österreich stehen aktuell 60 Personen in Zusammenhang mit Kämpfen im Bürgerkriegsland Syrien unter Beobachtung des Verfassungsschutzes. Dabei handle es sich um Personen, die "in Syrien waren und sich dort zum Teil an kämpferischen Handlungen beteiligten", sagte Innenministeriumssprecher Alexander Marakovits am Montag der APA. Deshalb stünden sie nun "entsprechend unter Beobachtung".

Im Osten Syriens und im krisenerschütterten Irak hat die jihadistische Miliz Islamischer Staat (IS) weite Gebiete unter ihre Kontrolle gebracht. Laut Innenministerium gingen bereits über 140 Österreicher als Jihadisten ins Ausland. Die Tötung von insgesamt 20 Personen davon konnte das Innenministerium bisher verifizieren und bestätigten.

Zum Fall des mutmaßlichen Österreichers, der sich auf Facebook Abdulwahab nannte und am Samstag in Syrien ums Leben gekommen sein soll, kann das Innenministerium bisher keine Angaben machen. Ob es sich bei dem angeblichen Freund des österreichischen IS-Anhängers Firas H. um einen Österreicher handelt und ob jener tatsächlich gestorben ist, konnte von den Behörden bisher weder bestätigt noch dementiert werden.

Verifizierung "schwierig"

Abdulwahab solle gefallen sein, hatte H. am Samstag auf seiner Facebookseite gepostet. "Zusammen waren wir in Wien und zusammen im Islamischen Staat." Auf das Posting reagierten andere Nutzer und bestätigten H. den Tod von Abdulwahab.

Für das Innenministerium sei es jedoch "sehr schwierig" derartige übers Internet verbreitete Informationen zu verifizieren und mit den Behörden in einer Krisenregion zusammenzuarbeiten, erklärte Marakovits. Die österreichischen Behörden ermittelten jedenfalls weiter zu dem Fall.

Um die Ausreise von weiteren mutmaßlichen Jihadisten aus Österreich zu verhindern, bräuchten die Behörden "konkrete Hinweise". In Folge würden "entsprechende Maßnahmen" eingeleitet, um diese Personen an der Ausreise zu hindern. Dabei spielt laut Marakovits der Zeitfaktor eine große Rolle. Es sei wichtig derartige Informationen rechtzeitig zu bekommen. (APA, 8.9.2014)

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