Türkei besorgt über mögliche Waffenhilfe für PKK

8. September 2014, 14:49
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Im Kampf gegen IS könnten Waffen an die kurdischen Rebellen gelangen - Außenminister Cavusoglu: Haben Bedenken deutlich gemacht

Ankara - Die türkische Regierung befürchtet, dass westliche Waffen zur Bekämpfung der jihadistischen Gruppe Islamischer Staat (IS) kurdischen PKK-Rebellen in die Hände fallen könnten. Möglicherweise werde nicht kontrolliert werden können, wer letzten Endes die Waffenlieferungen aus dem Westen in den Irak erhalte, sagte Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Montag der Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi.

Die Türkei habe beim NATO-Gipfel vergangene Woche ihre Bedenken deutlich gemacht, sagte Cavusoglu. Die irakische Armee bestehe zu 95 Prozent aus Mitgliedern einer religiösen Gruppe, sagte er mit Blick auf die schiitische Mehrheit im Irak. Möglicherweise könne nicht kontrolliert werden, "wo die Waffen hingehen, die ihnen gegeben werden".

PKK an Kampf gegen IS beteiligt

Cavusoglu betonte, Ankara sei besorgt über eine unabsichtliche Aufrüstung der PKK auf diesem Wege. "Die Waffen, die in die Region gelangen, dürfen nicht Terrororganisationen, dürfen nicht der PKK in die Hände fallen." Die von der Türkei und vom Westen als Terrorgruppe eingestufte Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) hatte sich in den vergangenen Wochen im Nordirak an den Gefechten gegen die IS-Miliz beteiligt.

Die PKK, die ihr Hauptquartier im Nordirak hat, kämpft seit 30 Jahren gegen den türkischen Staat. Seit Ende 2012 laufen Friedensverhandlungen zwischen Ankara und dem inhaftierten PKK-Chef Abdullah Öcalan, die den Krieg im kurdischen Gebiet so gut wie beendet haben. Ankara drängt aber auf eine endgültige Entwaffnung der PKK und sieht dieses Ziel wegen der Rolle der PKK im Kampf gegen die IS-Miliz gefährdet. Mit den Waffen aus Deutschland und anderen westlichen Staaten sollen vor allem die Peschmerga-Truppen der kurdischen Autonomiezone im Nordirak ausgerüstet werden. Die PKK hatte aber ebenfalls Waffen aus dem Westen verlangt. (APA, 8.9.2014)

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