"Destiny": Der Hype um das größte neue Videospiel des Jahres

8. September 2014, 15:08
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Marketingmillionen und bewährte Erfolgsrezepte sollen Shooter zu Activions neuer Cashcow machen

Die Blockbuster-Industrie ist nicht für ihre Risikofreudigkeit bekannt. Verkauft sich ein Werk gut, fokussiert man sich in den Folgejahren auf Fortsetzungen - ganz nach der Marktweisheit "Konsumenten kaufen, was sie kennen". Perfektioniert haben dieses System unter anderem Herausgeber Activision mit "Call of Duty" oder Ubisoft mit "Assassin's Creed". Ersterer wagt sich heuer mit dem Scifi-Shooter "Destiny" erstmals nach langer Zeit wieder an die Schaffung eines neuen Franchise heran, in der Hoffnung, das eigene Bestseller-Portfolio um einen weiteren zu ergänzen und die sinkende Nachfrage nach bestehenden Serien abfangen zu können. Morgen, am 9. September, kommt der Titel für PS4, PS3, XBO und X360 in den Handel.

Kalkuliertes Risiko

Einen Schuss ins Blaue wagt Activision allerdings nicht. Zur Errichtung seines nächsten Stützpfeilers hat man nicht nur eine Produktion des mehrfach ausgezeichneten Studios Bungie Entertainment unter Vertrag genommen und sich gleich auf ein Jahrzehnt das exklusive Vertriebsrecht für die Serie gesichert, sondern vertraut auch Bungies Gespür für altbewährte Spielkonzepte in modernen Kleidern. So ähnelt "Destiny" inhaltlich nicht umsonst Bungies Epos "Halo" und versetzt Spieler in die Rolle eines Helden, der die Menschheit gegen blutrünstige Aliens verteidigen muss. Futuristische Technologien gemischt mit jeder Menge Mystik ergeben eine Geschichte, die Scifi-Fans ebenso abholen soll wie Fantasy-Liebhaber.

Marketingmaschinerie

Spielerisch lehnt man sich ebenso an etablierten Ideen an: Ein First-Person-Shooter verfeinert mit magischen Fähigkeiten, wie sie Rollenspieler schätzen, jede Menge erweiterbare Fertigkeiten und Sammelgegenstände und eine kooperative wie kompetitive Online-Verstrickung, wie man sie von MMOs kennt, runden das vermeintliche Erfolgsrezept ab. Top-Serien wie "Halo", "Borderlands", "Diablo" und "World of WarCraft" lassen grüßen.

Gleichzeitig stellt Activision seine gesamte Marketingmaschinerie dahinter. Kolportierte 500 Millionen Dollar auf zehn Jahre rechnet der Herausgeber für Entwicklung, Infrastruktur und Werbung ein. 4,6 Millionen Spieler konnten für den vorangegangenen Beta-Test gewonnen werden - mehr als je zuvor für ein derartiges Probespielen. Breit angelegte Kooperationen mit PlayStation-Hersteller Sony und Händlern kommen hinzu. Allein in den USA soll das Spiel Schätzungen der Branchenseite VGChartz nach über zwei Millionen Mal vorbestellt worden sein. Einer Presseaussendung Activions zufolge ist es die "meistvorbestellte neue IP" in der Videospielgeschichte, ohne allerdings konkrete Zahlen zu nennen. Vergangenen Mai erst hatte sich Ubisofts neuer Hacker-Thriller "Watch Dogs" diesen Rekord geschnappt.

Abwarten auf erste Tests

Wer Tests zu "Destiny" abwarten möchte, wird sich allerdings etwas gedulden müssen. An die Presse werden Rezensionsmuster erst zum Veröffentlichungstag ausgeschickt, weil auch dann erst die Server online gehen. Hersteller Bungie gibt sich diesbezüglich selbstsicher und warnt Unentschiedene sogar davor, sich auf frühe Rezensionen zu verlassen. "Einige von euch werden mit dem Kauf warten wollen, bis sie die Fazits eurer vertrauenswürdigsten Tester gelesen haben. Damit sind wir einverstanden. Wir haben etwas entwickelt, worauf wir stolz sind", zitiert VG247 einen Sprecher des Herstellers.

Upgrades auf neue Generation

Den turbulenten Start abzuwarten ist auch aus Sicht entschlossener Kunden kein Fehler. Wie alle Server-gebundenen Games könnte auch "Destinys" Infrastruktur unter dem Spieleransturm in die Knie gehen, wie es in den vergangenen Jahren etwa bei "Diablo 3" oder "Sim City" der Fall war.

Eine gute Nachricht gibt es für Leute, die sich nicht sicher sind, für welche Plattform sie sich das Spiel holen sollen. Activision ermöglicht allen Käufern der Download-Version für PS3 oder Xbox 360 bis zum 15. Jänner ein kostenloses Upgrade auf die PS4- oder Xbox-One-Ausgabe. Eine PC-Fassung wurde zwar bereits angedacht, ist aber derzeit zumindest noch nicht in Entwicklung. (zw, derStandard.at, 8.9.2014)

destinygame
derstandard.at/gameswelt.tv

Mitposten: Eine Rezension zu "Destiny" lesen Sie in den kommenden Tagen auf derStandard.at. Bis dahin freuen wir uns über Ihre Eindrücke vom Spiel!

  • "Destiny" erscheint am 9. September für PS4, PS3, XBO und X360.
    foto: "destiny"

    "Destiny" erscheint am 9. September für PS4, PS3, XBO und X360.

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