Gesundheitsministerin sagt E-Shishas Kampf an

7. September 2014, 18:04
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Oberhauser will die Rechtslage zu E-Zigaretten und Shishas klären - Verbot für unter 16-Jährige nur in Oberösterreich und Salzburg

Wien - Noch habe sie keinen konkreten Plan für den Umgang mit elektrischen Zigaretten und Shishas. Aber für Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) ist es Zeit, gegen den Vormarsch der Wasserpfeife vorzugehen. "Das ist auf meiner Agenda", sagte sie. Die Rechtslage zu E-Zigaretten sowie E-Shishas ist höchst unklar und umstritten. Vor allem die Frage, ob diese in Räumen mit Rauchverbot konsumiert werden dürfen, erhitzt die Gemüter.

Noch komplizierter wird die Thematik bei Jugendlichen: E-Shishas, also die elektrische Einweg-Variante der Wasserpfeife, werden nikotinfrei angeboten und sind bei Heranwachsenden dementsprechend beliebt.

Der Konsum der E-Shishas von Jugendlichen ist in sieben von neun Bundesländern völlig legal: Nur Oberösterreich und Salzburg haben 2014 ihren Jugendschutz novelliert. So ist dort neben dem Konsum sowie Erwerb von Tabak und Zigaretten auch der Konsum und Erwerb von Shishas erst ab 16 Jahren gestattet. Auch herkömmliche arabische Wasserpfeifen mit Schlauch und aromatischem Tabak fallen unter das erweiterte Jugendschutzgesetz.

Ohne Altersbegrenzung angeboten

Gesundheitsministerin Oberhauser kann sich vorstellen, das Tabakmonopolgesetz zu ändern. Sie will sich auch der Frage widmen, wo die elektrischen Zigaretten und Wasserpfeifen im Kugelschreiberformat überhaupt verkauft werden dürfen. "Die Geschäfte wachsen derzeit wie die Schwammerln aus dem Boden", sagt Oberhauser. Angeboten werden diese derzeit ohne jegliche Altersbeschränkung.

Noch ist unklar, ob und welche Gefahren das Einatmen der oft nikotinfreien Geschmacksstoffe, sogenannten Liquids, birgt. Es ist ein Streit unter Experten, Langzeitstudien fehlen. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) etwa hat vor E-Shishas gewarnt.

So würden Jugendliche die atemwegsreizende Grundsubstanz Propylenglykol oder Kontaktallergene wie Menthol oder Vanillin inhalieren. In dem Dampf seien zum Teil auch krebserregende Stoffe wie Formaldehyd, Nickel oder Chrom entdeckt worden.

Auch Suchtmediziner und Psychologen sind sich nicht einig. Die einen weisen auf die Hemmschwelle hin: Jugendliche, die E-Shishas konsumieren, würden später viel eher zum normalen Tschick greifen. Andere, wie Ann McNeill vom nationalen Suchtzentrum am Londoner King's College, halten positive Effekte für möglich: Tabakrauchen töte weltweit sechs Millionen Menschen pro Jahr. E-Zigaretten seien hingegen "viel sicherer" als Zigaretten.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte in einem Bericht Ende August empfohlen, den Verkauf von E-Zigaretten an Minderjährige und den Konsum in geschlossenen öffentlichen Räumen zu verbieten.

Bei Gastronomie mit Verbot weiter

Ministerin Oberhauser hat ihren im STANDARD-Interview geäußerten Vorstoß zu einem generellen Rauchverbot in der Gastronomie am Sonntag konkretisiert. Einen Gesetzesentwurf mit einem fixen Datum will sie 2015 vorlegen. Wann ein derartiges Verbot in Kraft treten kann, darauf wollte sich Oberhauser aber nicht festlegen. (krud, DER STANDARD, 8.9.2014)

  • E-Shishas sind mit ihrem süßlichen Rauch bei Jugendlichen schwer im Trend. Die Rechtslage ist höchst umstritten.
    foto: matthias cremer

    E-Shishas sind mit ihrem süßlichen Rauch bei Jugendlichen schwer im Trend. Die Rechtslage ist höchst umstritten.

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