Neue EU-Kommission: Starker Norden Europas

Kommentar7. September 2014, 17:38
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Kandidaten müssen ihre Eignung beweisen

Erster Auftrag erfolgreich ausgeführt. Diese Meldung dürfte Jean-Claude Juncker Mitte der Woche machen, wenn er der Öffentlichkeit Struktur und Zusammensetzung der neuen EU-Kommission präsentiert. Ende des Monats werden sich die Kandidaten dann einzeln den Anhörungen vor dem Europäischen Parlament stellen müssen. Es ist keineswegs ausgemacht, dass die Abgeordneten alle einfach durchwinken. Sie müssen Eignung beweisen.

Aber Juncker kann fürs Erste recht zufrieden sein. Der Start war für ihn eher mühsam. Manche Regierungschefs wollten ihn trotz des Wahlerfolgs gleich wieder abschießen. Dann zauderten "die Chefs" bei der Wahl der EU-Außenbeauftragten, nominierten fast nur Männer als Kandidaten. Am Ende ist es dem Luxemburger mit viel gutem Zureden doch noch gelungen, den Regierungen eine akzeptable Frauenquote und gute Kandidaten abzutrotzen.

Beim Blick auf sein Team fallen zwei Dinge auf: Neben ihm sind vier weitere Ex-Regierungschefs im Team, drei Männer, eine Frau. Drei kommen aus nordischen Staaten, die erst seit 1995 bzw. 2004 in der EU sind. Sie sind alle keine ausrangierten Politiker, sondern Reformer, die die Dinge in der Krise zu Hause umgekrempelt haben. Nimmt man Polens Vizeregierungschefin und die Schwedin Cecilia Malmström dazu, die als Innenkommissarin einen exzellenten Job gemacht hat, sieht Europa plötzlich jung aus: lauter Mittvierziger, die wollen, dass etwas weitergeht. (Thomas Mayer, DER STANDARD, 8.9.2014)

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