Besitz belastet

Einserkastl7. September 2014, 17:00
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Zum Lebensgefühl unserer Nation

"Großteil der Österreicher mit Leben unzufrieden." So titelten vergangene Woche etliche Zeitungen zu einer Studie der Modul-Uni zum Lebensgefühl der Nation. Wie traurig ist das denn.

Da leben wir in einem der reichsten Länder der Welt, erfreuen uns eines immer noch dichten Sozialnetzes und sind als Verwalter der Errungenschaften einer uralten Kulturnation ohnehin auf die Butterseite der Geschichte gefallen - von der top-ausbeutbaren Schönheit der Landschaft nicht zu reden.

Was kann derart schrecklich sein, dass der überwiegende Teil der Österreicher missmutig durchs Leben geht - als ob ihnen jemand das Glück gestohlen hätte? Es ist ja nicht so, dass unser Begehren nach Demokratie von einer fiesen Tyrannen-Gang niedergeknüppelt würde oder sonst ein Bösewicht uns an die Wäsche wollte. Eher im Gegenteil: Der Frust über die eigene Lebensführung treibt uns in die Arme von Ressentiments schürenden Rattenfängern. Wer sich selbst als Misserfolg wahrnimmt, gönnt anderen erst recht kein Glück.

Die Studienautoren führen Geldsorgen, Schmerz, Einsamkeit und Stress an. Vor allem aber trüben Arbeitsfrust und, ganz wichtig, jener über sich selbst die Freude. Als mit Abstand zufriedenste Gruppe weist die Studie Hausmänner aus. Darüber kann man lächeln - oder sich ein Beispiel nehmen: Im Gegensatz zu allzu vielen von uns gelingt es diesen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. (Severin Corti, DER STANDARD, 8.9.2014)

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