Hamilton profitiert in Monza von Rosbergs Patzer 

7. September 2014, 18:17
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Brite feiert sechsten Saisonsieg. Rosberg muss sich mit Rang zwei bescheiden

Monza/Wien - Fast, aber nur fast, könnte man an einen vom Teammanagement empfohlenen Ausgang glauben. Nach seinem von Rosberg verschuldeten Aus in Spa und der Kopfwäsche für den deutschen WM-Führenden hatte sich Hamilton in Monza auf die Poleposition gestellt. Dem Briten missriet der Start völlig, er siegte aber dennoch, weil sein Kontrahent zweimal, beim zweiten Mal positionsrelevant, in der ersten, Rettifilo genannten Schikane, den Notausgang nehmen musste. Als dann der erste Mercedes-Sieg in Monza seit 1955 feststand, wie damals, als Juan Manuel Fangio vor Piero Taruffi triumphiert hatte, ein doppelter, bedankte sich Rosberg noch artig beim Team.

Vielleicht hat der 29-Jährige damit für die letzten sechs Rennen seine Schuld getan, jedenfalls führt er noch 22 Zähler vor Hamilton, der nach seinem sechsten Saisonsieg, seinem 28. insgesamt, euphorisiert wirkte. Rosberg wurde bei der Siegerehrung erneut ausgebuht, drehte aber mit einer Ansprache in fließendem Italienisch ein wenig die Stimmung.

Scuderia im Tief

Die war insofern schon gedrückt gewesen, als Ferrari eine schwere Heimniederlage einstecken musste. Fernando Alonso schied aus, Kimi Raikkönen holte als Neunter nur zwei Punkte. Die Scuderia verlor damit Rang drei in der Konstrukteurswertung an Williams, das Felipe Massa vor dessen Teamkollegen Valtteri Bottas auf das Podest brachte.

Für den Brasilianer war es die bisher beste Saisonplatzierung. Die Leistung des 33-Jährigen führte den Tifosi die Schwäche Ferraris, für das Massa 140 Grand Prix absolviert hatte, nochmals schmerzlich vor Augen. Williams sah sich dagegen im ersten Rennen nach Verlängerung der Verträge für seine Einsatzpiloten glänzend bestätigt.

Ricciardo vor Vettel

Ein Fehler in der Boxenstrategie, die Sebastian Vettel zu früh neue Reifen verordnet hatte, bestätigte Daniel Ricciardo als derzeit stärkeren Piloten bei Red Bull. Der Australier landete als Fünfter zum neunten Mal vor dem deutschen Vierfachweltmeister.

"Die Anweisung war sehr klar, wie mussten eins und zwei holen, also war es ein tolles Wochenende für das Team. Für mich ist es enttäuschend, aber da muss ich darüber hinwegkommen", blieb Rosberg gewissermaßen markentragend. Hamilton blieb verbal ein wenig am Gas und machte sich über eine Anweisung während des Rennens, die ihm Zurückhaltung nahegelegt hatte, lustig. Er habe das aus Erfahrung missachtet und recht behalten, sagte der Weltmeister von 2008. In zwei Wochen geht es in Singapur munter weiter. (lü, DER STANDARD, 08.09.2014)

  • Rennentscheidende Szene: Nico Rosberg verbremst sich, Lewis Hamilton zieht vorbei - in Runde 31 war der Grand Prix von Italien für den denkbar schlecht aus der Poleposition gestarteten Briten entschieden.
    foto: ap/ antonio calanni

    Rennentscheidende Szene: Nico Rosberg verbremst sich, Lewis Hamilton zieht vorbei - in Runde 31 war der Grand Prix von Italien für den denkbar schlecht aus der Poleposition gestarteten Briten entschieden.

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