ÖVP-Wehrsprecher hält geringen Sold für zumutbar

7. September 2014, 12:04
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Schönegger: "Opfer für den Staat" - Bezahlung für Rekruten sei das „letzte Problem“ der Wehrdienstreform

Wien – Angesichts der herben Kritik am geringen Monatsgeld für Präsenzdiener, die Paul Kiss, für die ÖVP in der Bundesheerkommission, geübt hat („werden mit 307,46 Euro abgespeist wie Lohnsklaven“), stellt sein Parteikollege, Wehrsprecher Bernd Schönegger im Standard-Gespräch klar: "Diesen Ausdruck würde ich nicht verwenden – und der Sold für die Rekruten ist das letzte Problem, das wir im Zuge der Wehrdienstreform angehen müssen."

Wichtiger sei es, die Neuerungen bei Ausbildung, Gerät, Unterkünften sicherzustellen, denn: "Wir sind noch lange nicht dort, wo wir sein wollen." Denn allein heuer müsse das Bundesheer 42 Millionen Euro einsparen, nächstes Jahr noch einmal 39 Millionen. „Dieses Tal müssen wir durchschreiten“, erklärt der ÖVP-Wehrsprecher, "das hat der Verteidigungsminister so mit dem Finanzminister verhandelt."

Mit Letzterem meint er freilich nicht den frisch amtierenden Hans Jörg Schelling, sondern den eben erst abgetretenen Michael Spindelegger (beide ÖVP). Zudem verweist Schönegger darauf, dass die Verhandlungen zwischen den beiden Ressorts über ein höheres Budget für das Bundesheer ab 2016 "gerade laufen“.

Wie berichtet, hat auch der Kommandant der Garde, Stefan Kirchebner, unter anderem wegen der Teuerung davor gewarnt, dass die Burschen "kaum mehr ihre primären Bedürfnisse abdecken“ können. Schönegger gibt zwar zu, dass die Rekruten mit wenig Geld auskommen müssen, meint aber: "Das sind sechs Monate, die man für den Staat opfert – ich glaube, das ist zumutbar.“ (Nina Weißensteiner, derStandard.at, 7.9.2014)

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