Oberhauser sieht Österreich gegen Ebola "sehr gut" gerüstet

7. September 2014, 10:08
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"Ebola weniger ansteckend als Grippe", aber es gebe klaren Notfallplan - Statements auch zu Elga und Nichtraucherschutz

Wien - Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) sieht Österreich gegen etwaige Ebola-Krankheitsfälle "sehr gut" gerüstet. Im APA-Interview verwies Oberhauser darauf, dass es wöchentliche Telefonkonferenzen des Ministeriums mit dem Flughafen, Austro Control und den Gesundheitsbehörden gebe. Darüber hinaus existiere ein "klarer Notfallplan".

Für den Fall, dass ein Flugzeug einen Ebola-Verdachtsfall meldet, werden nicht nur die Mitreisenden informiert und betreut, sondern in Schwechat ein Notfall-Gate eingerichtet und der Patient isoliert. Es sei auch klar geregelt, in welches Spital der Patient auf eine Isolierstation kommt - in Wien ist es das Kaiser Franz Josef-Spital. Für Bluttests steht die Ages zur Verfügung, und im Falle eines hohen Risikos gehe eine Kontrolluntersuchung an das WHO-Labor nach Hamburg.

Bezüglich der Ansteckung hält Oberhauser Ebola für "weit weniger riskant" als etwa die Grippe. Bei letzterer sei die Pandemiegefahr größer.

Nichtraucherschutz auf Agenda

Im Interview äußerte sich Oberhauser auch zur nach ihrer Angelobung wiederaufgeflammten Debatte zum Schutz von Nichtrauchern. Sie will nicht nur Zigaretten aus der Gastronomie verbannen, sondern auch gegen E-Zigaretten und Shishas vorgehen. "Das ist auf meiner Agenda", man müsse überlegen, wie man damit umgeht, sagte Oberhauser.

"Die Geschäfte wachsen derzeit wie die Schwammerln aus dem Boden", wo all das ohne jegliche Altersbeschränkung angeboten werde. Die Ministerin gesteht aber zu, dass es nicht so einfach zu beurteilen sei, wie gefährlich eine Shisha wirklich ist, weil es auch darauf ankomme, was aus ihr geraucht werde. Einen Gesetzesentwurf für ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie mit einem fixen Datum will sie nächstes Jahr vorlegen.

Datensicherheit für Elga unerlässlich

Hinsichtlich der Elektronischen Gesundheitsakte (Elga) sagte Oberhauser, sie will damit nur starten, wenn die Datensicherheit, aber auch die leichte Benutzbarkeit für die Ärzte wirklich gewährleistet ist. Kritik übte sie am EMS-Aufnahmetest für das Medizinstudium. Die neue Ärzteausbildung soll demnächst in den Ministerrat kommen, die Pflegeausbildung akademisch werden, sagte sie zur APA.

"Ich habe Verständnis für die Sorge der Ärztinnen und Ärzte, dass dieses System schlecht handhabbar ist", erklärte Oberhauser zu Elga. Wie viele andere Berufsgruppen seien Ärzte gebrannte Kinder, was die Macken und mangelnde "Usability" neuer EDV-Systeme betreffe. "Das heißt für mich: Elga muss so konstruiert sein, dass der Arzt merkt, das verbessert das System. Dann kommen wir aus diesen Protesten heraus." (APA/red, derStandard.at, 7.9.2014)

  • Gesundheitsministerin Oberhauser: "Grippe ist ansteckender als Ebola."
    foto: apa/georg hochmuth

    Gesundheitsministerin Oberhauser: "Grippe ist ansteckender als Ebola."

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