ELGA: Oberhauser pocht auf Datensicherheit

7. September 2014, 08:39
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Nur dann Start Ende 2015 - Kritik an EMS-Test für Medizinstudium

Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) will mit der Elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) nur starten, wenn die Datensicherheit, aber auch die leichte Benutzbarkeit für die Ärzte wirklich gewährleistet ist. Kritik übte sie am EMS-Aufnahmetest für das Medizinstudium. Die neue Ärzteausbildung soll demnächst in den Ministerrat kommen, die Pflegeausbildung akademisch werden.

Sorge

"Ich habe Verständnis für die Sorge der Ärztinnen und Ärzte, dass dieses System schlecht handhabbar ist", erklärte Oberhauser zu ELGA. Wie viele andere Berufsgruppen seien Ärzte gebrannte Kinder, was die Macken und mangelnde "Usability" neuer EDV-Systeme betreffe. "Das heißt für mich: ELGA muss so konstruiert sein, dass der Arzt merkt, das verbessert das System. Dann kommen wir aus diesen Protesten heraus."

Am wichtigsten sei natürlich die Datensicherheit, und hier werde alles Menschenmögliche getan, zeigte sich Oberhauser überzeugt. Kein Verständnis zeigte sie dafür, dass Standesvertreter hier die Patienten "zum Teil in Geiselhaft nehmen". Die Kritik am Opt-out bei ELGA - also dass jeder automatisch dabei ist, der sich nicht selber abmeldet - ließ sie nicht gelten. Für sie sei dies der gangbare Weg, und ihr vorliegende Stellungnahmen ergäben, "dass wir verfassungsmäßig auf der sicheren Seite sind".

Zeitpunkt

Oberhauser hält am ELGA-Start Ende 2015 fest, komme er später, sei ihr das aber auch "egal". Europaweit sei man hier ohnehin Vorreiter, und wichtiger als das Datum seien die Sicherheit und die Benutzbarkeit. "Ich glaube nicht, dass wir bei so viel investiertem Geld versuchen sollten, in einen Feldversuch zu gehen, der daran scheitert, dass es nicht brauchbar ist", meinte sie.

"Dass alle Systeme Macken machen, ist klar. Aber die Macken müssen so sein, dass sie das System nicht zum Absturz bringen und vor allem nicht wirklich gute und tolle Idee von ELGA schubladisieren", so Oberhauser weiter. "Das ist nicht etwas, mit dem ich in die Geschichte eingehen möchte."

Entwurf

In Sachen Ärzteausbildung zeigte sich die Ministerin zuversichtlich, den Gesetzesentwurf bald im Ministerrat vorlegen zu können. Ob dies allein den drohenden Ärztemangel abwenden könnte, bezweifelte sie. Auch in anderen Ländern bestehe dieses Problem, man müsse sicher an vielen Schrauben drehen. Kritik übte sie am Studienaufnahmetest EMS. Soziale Fertigkeiten kämen dabei zu kurz, und ob man den Test schaffe, hänge zu stark von der Herkunftsschule der Anwärter und des dort angebotenen Physik- und Chemieunterrichts ab.

Auch die Ausbildung der Pflegekräfte steht vor einer Reform. Diese auf Fachhochschulebene zu heben "ist in unseren Planungen derzeit drinnen", sagte Oberhauser. Derzeit liefen für das Gesetz die Gespräche mit den Ländern, Ausbildungsstätten und den Berufsgruppen. (APA, 7.9.2014)

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