Djokovic und Federer out: Finale Cilic gegen Nishikori

7. September 2014, 08:12
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Japaner räumt sensationell Bestgesetzten Djokovic aus dem Weg, Cilic schaltet Federer aus

New York - Der Japaner Kei Nishikori hat seinen Siegeszug bei den US Open prolongiert und steht als erster asiatischer Tennisspieler im Endspiel eines Grand-Slam-Turniers. Der in Florida lebende 24-Jährige schaffte am Samstag eine Sensation, als er den Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic in New York überraschend deutlich mit 6:4,1:6,7:6(4),6:3 bezwang.

Im zweiten Halbfinale verpasste auch der 17-malige Grand-Slam-Champion Roger Federer den Endspieleinzug. Der 33 Jahre alte Tennisprofi aus der Schweiz musste sich am Samstag in New York dem Kroaten Marin Cilic mit 3:6, 4:6, 4:6 geschlagen geben.

Damit kommt es im Finale am Montag zum Duell zwischen Cilic und Nishikori. Zum ersten Mal seit neun Jahren stehen weder Djokovic, Federer oder der aktuell verletzte Rafael Nadal im Endspiel eines Grand-Slam-Turniers. Zuletzt war dies 2005 bei den Australian Open im Finale zwischen Marat Safin und Lleyton Hewitt der Fall. Damit ist auch klar, dass 2014 erstmals seit 1998 sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern vier verschiedene Spieler die vier Grand-Slam-Turniere gewinnen werden.

Viele Djokovic-Fehler

Nishikori verwandelte im ersten New Yorker Halbfinale nach 2:52 Stunden im Arthur-Ashe-Stadium seinen zweiten Matchball und ließ seinen Coach Michael Chang jubeln. "Es ist ein großartiges Gefühl, die Nummer eins geschlagen zu haben. Ich bin so happy", sagte Nishikori noch auf dem Platz. "Ich habe versucht, konzentriert zu bleiben nach dem zweiten Satz. Es waren schwere Bedingungen, sehr heiß, sehr feucht."

Im dritten Vergleich mit Djokovic erwischte Nishikori einen perfekten Start: Gleich das erste Aufschlagsspiel nahm er dem siebenfachen Grand-Slam-Turniersieger ab. Er kassierte zwar sofort das Re-Break zum 2:2, doch nach 39 Minuten entschied er den ersten Satz für sich. Mit einem Eisbeutel auf dem Kopf und im Nacken versuchte sich der Grand-Slam-Halbfinal-Debütant während des Seitenwechsels abzukühlen.

Den zweiten Satz gab Nishikori in nur 30 Minuten ab und wirkte dabei kurzzeitig etwas müde und unkonzentriert. In den beiden Runden zuvor war er insgesamt mehr als achteinhalb Stunden auf dem Platz gestanden und hatte sich gegen den an Nummer fünf gesetzten Milos Raonic im Achtelfinale und gegen Australian-Open-Sieger Stan Wawrinka im Viertelfinale jeweils über fünf Sätze gequält.

"Hoffentlich kann ich noch einmal hundert Prozent abrufen", hatte der Außenseiter vor der Partie gegen Djokovic gesagt. Er konnte. Im Tiebreak des dritten Satzes führte er 4:0 und 5:2, Djokovic kam noch einmal auf 5:4 heran, doch Nishikori nutzte die fünf unerzwungenen Fehler seines Gegners im Tiebreak aus und entschied Durchgang drei in 66 Minuten für sich.

Im vierten Satz nahm Nishikori Djokovic gleich das Aufschlagsspiel zum 1:0 ab und wehrte im darauffolgenden Spiel drei Breakbälle ab. Der Serbe konnte seine Gummiwand nie aufbauen, seinen Gegner nicht wie sonst üblich entnerven und musste sich nach knapp drei Stunden geschlagen geben. Djokovic ließ zwar nur sieben Breakbälle zu, doch Nishikori nützte deren fünf, und wehrte bei eigenem Service neun von 13 Chancen seines Gegners ab. Der von Boris Becker trainierte Djokovic verpasste damit die Chance auf sein fünftes US-Open-Finale in Serie und auf den zweiten Titel nach 2011.

Der Weg schien bereitet

Nach der Absage von French-Open-Sieger Nadal und spätestens nach dem Aus von Djokovic wenige Stunden zuvor, schien im zweiten Halbfinale der Weg für Federers ersten Major-Titel seit Wimbledon 2012 bereitet. Doch im Gegensatz zu seiner Aufholjagd nach 0:2-Satzrückstand im Viertelfinale gegen den Franzosen Gael Monfils wollte Federer an diesem Tag wenig gelingen.

Gegen die harten Aufschläge des Kroaten fand Federer keine Mittel, und bei eigenem Service war er zu unkonstant und wechselhaft. Selbst ein Break zum 2:0 im dritten Satz half Federer nicht - nach nur einer Stunde und 45 Minuten musste er sich geschlagen geben.

Der fünfmalige US-Open-Champion Federer verpasste damit die Chance auf seinen 18. Titel bei einem der vier wichtigsten Turniere im Jahr. In drei Jahren erreichte er nur ein Grand-Slam-Endspiel - und das verlor er heuer in Wimbledon gegen Djokovic. (APA/red, 6.9.2014)


Das sagte der zuletzt umtriebige Novak Djokovic dazu (Hochzeit, im Herbst folgt das erste Kind): "Außer im zweiten Satz habe ich nie so gespielt, wie ich mir das vorgestellt habe. Zu viele unnötige Fehler, zu wenig Länge in meinen Bällen. Ich war nicht ich selbst."

Der Weltranglisten-16. Cilic sagte nach seinem Coup: "Das ist ein wunderbarer Tag für mich, davon habe ich nie zu träumen gewagt. Es war die beste Leistung meiner Karriere. Das wird ein sensationeller Tag für uns beide."

  • Egal wie das Finale endet: Kei Nishikori schreibt so oder so Geschichte.
    foto: reuters/segar

    Egal wie das Finale endet: Kei Nishikori schreibt so oder so Geschichte.

  • Und das auch noch vor den Augen von Michael Jordan.
    foto: epa/gombert

    Und das auch noch vor den Augen von Michael Jordan.

  • Abgang für den "King", das Himmelreich für Cilic.
    foto: reuters/stapleton

    Abgang für den "King", das Himmelreich für Cilic.

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