Mehr als 230 Tote nach Monsunregen in Pakistan und Indien

6. September 2014, 17:23
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Wassermassen und Erdrutsche zerstörten tausende Häuser - Schwere Unwetter auch im Südwesten Chinas

Neu-Delhi/Islamabad/Peking - Heftiger Monsunregen und massive Überschwemmungen in Pakistan und Indien haben mehr als 230 Menschen das Leben gekostet. Die meisten Opfer wurden unter einstürzenden Hausdächern begraben, bei Erdrutschen verschüttet oder durch Stromschläge getötet, wie die Behörden am Samstag mitteilten. Auch China meldete Tote und schwere Zerstörungen nach schweren Unwettern im Südwesten des Landes.

In Pakistan und Indien rückte die Armee aus, um von den Fluten eingeschlossene Menschen mit Hubschraubern und Booten in Sicherheit zu bringen. Allein 55 Tote und mehr als 230 Verletzte gab es laut Rettungskräften in der dicht besiedelten pakistanischen Provinz Punjab. Aus dem pakistanischen Teil der Himalaya-Region Kaschmir meldete der Katastrophenschutz 48 Tote und 87 Verletzte.

In Indien kamen nach Behördenangaben ebenfalls 128 Menschen ums Leben - mindestens 30 davon, als ein Bus mit 63 Insassen in eine Schlucht stürzte. Viele wichtige Verbindungsstraßen zwischen Kaschmir und dem indischen Flachland wurden gesperrt, Telefonleitungen und Schienenwege zerstört, zahlreiche Brücken von den Fluten davongespült. Es handle sich um die schwersten Überschwemmungen seit einem halben Jahrhundert, sagte der Ministerpräsident des indischen Bundesstaates Jammu und Kaschmir, Omar Abdullah.

Während der Wasserpegel in der pakistanischen Metropole Lahore und in anderen Gegenden des Landes zuletzt wieder sank, galt in den vier Bezirken Jhelum, Sialkot, Nankana Sahib und Narowal weiterhin Alarmstufe rot. Laut einem Sprecher des Katastrophenschutzes wurden rund 4.000 Häuser in Kaschmir beschädigt und mehr als die Hälfte von ihnen komplett zerstört.

Auch im Südwesten Chinas gab es schwere Unwetter. Mindestens 44 Menschen kamen ums Leben. 18 weitere würden vermisst, teilten die Behörden am Samstag mit. Bereits vor einer Woche hatten heftige Regenfälle über den Provinzen Sichuan und Guizhou begonnen.

Überschwemmungen und Erdrutsche führten in der Metropole Chongqing zu schweren Schäden an Gebäuden und auch in der Landwirtschaft. Schätzungsweise 42.000 Häuser seien zerstört oder schwer beschädigt worden, berichteten die Behörden. Mehr als 121.000 Bewohner wurden in Sicherheit und vorübergehend in Notunterkünften untergebracht. (APA, 6.9.2014)

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