Neymars Freistoß gegen sein Kolumbien-Trauma

6. September 2014, 12:55
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Brasiliens Mittelpunkt streicht das Wm-Viertelfinale aus seinem Gedächtnis und beschert Coach Dunga einen gelungenen Einstand

Mit einem herrlich angetragenen Freistoß ins Kreuzeck hat Superstar Neymar seinen Brasilianern am Freitagabend in Miami (Ortszeit) einen 1:0 (0:0)-Testsieg über Kolumbien und dem neuen-alten Trainer Carlos Dunga einen gelungenen Einstand beim Fünffach-Weltmeister beschert. "Es wird den Spielern helfen, ihr Selbstvertrauen zurückzugewinnen", sagte Dunga angesichts des bitteren WM-Ausscheidens.

Neymar verarbeitete in der Neuauflage des WM-Viertelfinales gleichsam auch sein persönliches Trauma. Das Spiel bei der Endrunde hatte die Selecao zwar 2:1 gewonnen, ihren besten Mann aber nach einer rüden Attacke mit einem Wirbelbruch verloren. Beim Arbeitssieg in Miami führte er sein Team erstmals als Kapitän auf den Platz und wurde seiner neuen Rolle prompt gerecht.

"Es ist immer gut zu gewinnen, speziell nach der Kritik bei der WM, von der einige sehr hart war", meinte Dunga, der die Selecao schon zwischen 2006 und 2010 und trainiert hatte und nun von Luiz Felipe Scolari übernahm. Unter "Filipao" war der Titelfavorit im eigenen Land ohne zu überzeugen mit Mühe ins Halbfinale gekommen und hatte dort eine historische 1:7-Schlappe gegen den späteren Weltmeister Deutschland erlitten. Auch der Ausfall von Neymar spielte dabei wohl eine Rolle.

Falcao vergibt

Nun traf der Mann vom FC Barcelona vor 73.479 Zuschauern im Sun Life Stadium in der 83. Minute, schon davor hatte Brasilien die besseren Chancen vorgefunden. Und wie schon im WM-Viertelfinale schenkten einander die beiden südamerikanischen Teams nichts. So sah der Kolumbianer Juan Cuadrado in der 49. Minute die Gelb-Rote Karte. Dunga, Weltmeister-Kapitän 1994, hatte in seinem Kader auf 13 WM-Akteure verzichtet, nur vier Spieler standen sowohl im WM-Viertelfinale als auch nun im Test gegen Kolumbien in der Startformation.

Zu seinem Comeback bei Kolumbien kam Radamel Falcao. Der Stürmer von Manchester United wurde in der 77. Minute eingewechselt, vergab kurz vor Schluss per Kopf aber die große Chance auf ein Remis. Falcao hatte die WM in Brasilien verpasst, nachdem er sich zu Beginn des Jahres in einem Cupspiel in Frankreich einen Kreuzbandriss zugezogen hatte. (APA, 6.9.2014)

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    foto: apa/epa/wise

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