Deutscher Außenminister Steinmeier in Afghanistan

6. September 2014, 09:50
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Appell an zerstrittene Präsidentschaftsbewerber

Mazar-i-Sharif - Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier ist am Samstag zu einem Besuch in Afghanistan eingetroffen. In der Hauptstadt Kabul stehen Treffen mit Präsident Hamid Karzai sowie den zwei Bewerbern um seine Nachfolge, Ashraf Ghani und Abdullah Abdullah, auf dem Programm. Fast drei Monate nach der Stichwahl ist der Ausgang der Wahl zwischen beiden immer noch umstritten.

Aus Sicherheitsgründen war Steinmeiers Reise bis zur Landung im Bundeswehrstützpunkt Mazar-i-Sharif geheim gehalten worden.

Wahlergebnisse anerkennen

Der Außenminister forderte die zerstrittenen Kandidaten zur Bildung einer Regierung der nationalen Einheit auf. Afghanistan stehe gerade an einem Wendepunkt in seiner politischen Entwicklung, mahnte Steinmeier. "Wir setzen darauf, dass die Verantwortlichen die historische Chance für den ersten demokratischen Machtwechsel ergreifen." Richtschnur müssten die Verfassung und die Vereinbarung der beiden Kandidaten sein, das Endergebnis der Wahlprüfung anzuerkennen.

Die erste Runde der Präsidentenwahl hatte der ehemalige Außenminister Abdullah gewonnen. Dann setzte sich in der Stichwahl im Juni jedoch der frühere Finanzminister Ghani durch. Wegen Vorwürfen des Wahlbetrugs einigte man sich auf eine Neuauszählung der mehr als acht Millionen Stimmen, die inzwischen abgeschlossen ist. Einen konkreten Termin für die Veröffentlichung des Endergebnisses gibt es aber noch nicht. (APA, 06.09.2014)

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