IAEA weiter besorgt wegen möglicher Atomwaffenpläne des Iran 

6. September 2014, 09:44
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Atombehörde vermisst fristgerechte Antworten auf offene Fragen zu Explosions-Experimenten

Wien - Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA ist weiterhin besorgt wegen einer möglichen militärischen Dimension des iranischen Atomprogramms. In einem am Freitag veröffentlichten Bericht heißt es zudem, der Iran habe nicht bis zur vereinbarten Frist Antworten auf Fragen zu verdächtigen Aktivitäten gegeben.

"Die IAEA ist weiterhin besorgt über die mögliche Existenz von nicht deklarierten nuklearen Aktivitäten im Iran (...), einschließlich von Aktivitäten, die mit der Entwicklung einer nuklearen Sprengladung in einer Rakete in Zusammenhang stehen könnten", wird in dem Bericht festgestellt.

Teheran sei aufgerufen, in Hinblick auf offene Fragen vollständig mit der IAEA zusammenzuarbeiten. Insbesondere müssten jene Fragen geklärt werden, "die wegen einer möglichen militärischen Dimension des iranischen Atomprogramms Anlass zur Besorgnis geben" würden. Der Atombehörde müsse unverzüglich Zugang zu allen Standorten, Geräten, Personen und Dokumenten gewährt werden, die die IAEA sehen wolle.

Dem IAEA-Bericht zufolge hat der Iran nur drei von fünf Schritten fristgerecht umgesetzt, die laut einer im Mai getroffenen Vereinbarung zwischen der Atombehörde und der Islamischen Republik bis 25. August verwirklicht werden sollten. Sie sollten im Rahmen des im November geschlossenen Genfer Interimsabkommens zwischen der Islamischen Republik und den fünf UN-Vetomächten plus Deutschland (5+1) der Vertrauensbildung und Erhöhung der Transparenz dienen.

Teheran lieferte vereinbarungsgemäß Informationen über Forschungszentren, gewährte technische Besuche dort, es ermöglichte Zutritt zu Produktionsstätten von Anreicherungszentrifugen und klärte die Frage der Überwachung des Schwerwasserreaktors in Arak.

Säumiger Iran

Bei zwei Punkten war der Iran nach Darstellung der IAEA jedoch säumig: Ein Informationsaustausch über eine angebliche Durchführung von Experimenten mit Hochexplosiv-Stoffen fand ebenso wenig fristgerecht statt wie einer über Modellrechnungen für Atomexplosionen. Erst am 31. August seien diese Fragen bei einem Treffen in Teheran behandelt worden. Allerdings habe ein IAEA-Inspektor kein Visum für die Einreise in den Iran erhalten, so die Atombehörde.

Die IAEA will insbesondere Geheimdienstberichten nachgehen, wonach der Iran an Spezialzündern (Exploding-bridgewire detonators/EBW) geforscht habe, deren mögliche "Anwendung in atomaren Sprengkörpern" für die Atombehörde Anlass zur Besorgnis ist. Teheran versicherte jedoch, die Zünder nur für zivile und konventionelle militärische Zwecke zu verwenden.

In ihrem jüngsten Bericht weist die IAEA unter Berufung auf Satellitenaufnahmen auch darauf hin, dass es eine fortgesetzte Bautätigkeit in der umstrittenen iranischen Militärbasis Parchin gebe. Westliche Geheimdienste vermuten, dass in Parchin Tests für eine Atomwaffenentwicklung durchgeführt wurden. Inzwischen dürfte die Militärbasis von entsprechenden Spuren gesäubert worden sein. (APA, 06.09.2014)

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