IT-Services und Pornoseiten verlangsamen aus Protest ihre Seiten 

5. September 2014, 13:18
41 Postings

Wollen Abschaffung der Netzneutralität simulieren

Was wäre, wenn? Unter diesem Motto steht der „Go Slow“-Tag, der am 10. September die für viele Nutzer dramatischen Folgen einer möglichen Abschaffung der Netzneutralität aufzeigen möchte. Dann könnten nämlich zahlreiche Internetseiten, die keine Sonderverträge mit Internetprovidern abgeschlossen haben, deutlich langsamer werden – ein Zweiklassen-Internet also, das einen Teufelskreis auslösen könnte. Denn finanzschwache Website-Betreiber könnten sich eine schnellere Verbindung nicht leisten, hätten also einen Nachteil gegenüber große Konzerne – was die Innovationskraft in der IT-Branche hemmen würde.

Alle außer Apple gegen Abschaffung

Deshalb haben sich eine riesige Bandbreite an IT-Konzernen gegen eine Abschaffung der Netzneutralität ausgesprochen, darunter so wichtige Platzhirsche wie Microsoft, Facebook oder Netflix; nur Apple fehlte. Einige der protestierenden Firmen wollen nun mit dem "Go Slow“-Tag noch mehr Aufmerksamkeit für ihre Sache erzeugen: Mozilla, Reddit, Kickstarter, FourSquare, Vimeo und MeetUp werden ihren eigenen Service absichtlich verlangsam und so fehlende Netzneutralität simulieren.

Pornoseiten verlangsamen sich

Sie erhalten ungewöhnliche – und für einige User wohl tatsächlich sehr aufwühlende – Unterstützung aus der Pornobranche: PornHub und RedTube wollen laut Slate auch drosseln und den Videostream verlangsamen. Auch YouPorn beteiligt sich, wird aber Hinweise auf politische Maßnahmen platzieren.

Ob die Netzneutralität tatsächlich fällt, ist noch unklar. Die heftigen Proteste haben die US-Regulierungsbehörde FCC sicher überrascht, auch wächst der Einfluss der großen IT-Konzerne in Washington. US-Präsident Barack Obama hatte sich zuletzt gegen etwaige Pläne ausgesprochen und freien Datenverkehr im Netz als wichtigen Grundsatz ausgelobt. (fsc, derStandard.at, 5.9.2014)

Links:

Slate

  • Die Pläne der Regulierungsbehörde FCC hatten heftige Proteste ausgelöst
    foto: reuters/alcorn

    Die Pläne der Regulierungsbehörde FCC hatten heftige Proteste ausgelöst

Share if you care.