ORF-Finanzchef Grasl: Formel 1-Gelder für österreichischen Film

5. September 2014, 13:16
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Erneuert Forderung, dass ORF Vertrag nach 2016 nicht verlängern soll - Zweier-Vorstand "interessante Idee" - Jetzige Geschäftsführung solle Modernisierung fortsetzen

Wien - ORF-Finanzdirektor Richard Grasl erwartet sich vom künftigen multimedialen Newsroom des ORF "nicht nur kostenmäßig Synergien, sondern auch einen Fortschritt und eine Weiterentwicklung in der Berichterstattung". Dies erklärte Grasl im Interview mit dem "Kurier". Darüber hinaus plant der Finanzchef für den erneuerten ORF-Standort am Küniglberg einen "Start-up-Campus". Ein Vorhaben, das Grasl zuvor bereits im Interview mit dem STANDARD erläuterte.

Der ORF-Standort der Zukunft brauche neben "modernen Arbeitswelten auch einen pulsierenden Innovationscluster", so Grasl. Er denke an "eine Art Start-up-Campus" mit jungen Unternehmen, mit denen der ORF im Bereich Content oder Technik Partnerschaften anstrebe. In Sachen neuer Technologien forderte Grasl vom Gesetzgeber "freie Hand", alles andere wäre für den ORF "fatal". Auch die "Beschleunigung von Genehmigungsverfahren für neue Ideen" sei wünschenswert. Nach monatelangen Zulassungsverfahren sehe nämlich "die beste Online-Idee auf dem Markt meist alt aus".

Formel-1-Gelder für österreichische Produktionen

Einmal mehr stellte der Finanzchef des öffentlich-rechtlichen Senders das Formel 1-Engagement des ORF in Frage. Den zweistelligen Millionenbetrag, den der Sender jährlich für die Rechte am Rennzirkus ausgibt, möchte Grasl nach Ablauf des Formel 1-Vertrages 2016 "lieber in österreichische Produktionen investiert wissen".

Bei der ORF-Wahl 2016 will sich Grasl offenbar wieder für einen Direktoriumsposten bewerben, wie er andeutete. Die Geschäftsführung habe viel Neues wie die Modernisierung des Standorts begonnen. "Das möchte ich jedenfalls fertig machen. Es wäre logisch, wenn die Geschäftsführung, die dieses Megaprojekt begonnen hat, die Sache auch zu Ende führt." Der Vorschlag eines Zweier-Vorstands für den ORF sei laut Grasl "eine interessante Idee", spielentscheidend seien aber vielmehr faire Rahmenbedingungen im Wettkampf gegen globale Player wie Google oder Facebook. Fernsehen und Print sollten dieses Anliegen gemeinsam an die Politik herantragen. (APA, 5.9.2014)

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