Google-Forscher hackt "Hearthstone", um gegnerische Karten vorauszusagen

5. September 2014, 11:56
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Lernendes Programm lässt jeden Gegner schlagen, bleibt aber ein Geheimnis

Wer beim Sammelkarten-Videospiel "Hearthstone: Heroes of Warcraft" die Spielzüge des Gegners einschätzen kann, ist klar im Vorteil. Keine leichte Aufgabe, denn jeder Spieler verfügt über ein individuell zusammengestelltes Deck. Einem Sicherheitsexperten von Google ist es nun gelungen, mit Hilfe eines Hacks sehr genau vorherzusagen, welche Karten der Gegner in seinen Händen hält.

Geheimnis gehütet

Elie Bursztein, der Leiter Googles Anti-Missbrauchsabteilung, kann mit seinem eigens entwickelten, lernenden Algorithmus damit die gesamte Spielbalance aus dem Gleichgewicht bringen. Der Grund, weshalb ihn "Hearthstone"-Hersteller Blizzard darum gebeten hat, den Hack nicht zu veröffentlichen. Einer Bitte, der Bursztein aufgrund der darauffolgenden Zusammenarbeit bezüglich des allgemeinen Forschungshintergrunds des Hacks nachgekommen sei.

"Es war eine sehr schwierige Entscheidung. Immerhin habe ich sehr viel Zeit investiert, gemeinsam mit Celine unser Echtzeit-Dashboard-Tool zu entwickeln", so der Sicherheitsexperte in einem Blog-Eintrag.

Lernendes Programm

Wie es überhaupt dazu kam, erzählte der Forscher auf der Sicherheitskonferenz Defcon (siehe Video unten). Die Herausforderung sei gewesen, mittels eines lernenden Programms Spielzüge zu analysieren und so schließlich Vorhersagen zu treffen und Kartenkombinationen aufzudecken. Gleichzeitig zeigte er und sein Team auch, wie man automatisch den tatsächlichen Spielwert von Karten ausfindig machen kann. Interessierte Spieler können die Erkenntnisse der Arbeit "I am Legend" online nachlesen. (zw, derStandard.at, 5.9.2014)

elie bursztein

  • Spielen Sie "Hearthstone"?
    foto: reuters/ina fassbender

    Spielen Sie "Hearthstone"?

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