"Doom"-Erfinder: Virtual Reality wird die Spielewelt im Sturm erobern

5. September 2014, 10:14
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Euphorie werde größer sein, als bei den ersten 3D-Games - viel Potenzial auf mobilen Plattformen

John Carmack ist einer der bekanntesten Menschen der Videospielbranche. Die von ihm mitgegründete Spieleschmiede id Software zeichnete mit "Doom", "Quake" und "Wolfenstein" für Klassiker verantwortlich, die gleichzeitig zu den Grundsteinen des Egoshooter-Genres zählen. Die Basis dafür, die id Tech-Engine, stammt zum größten Teil aus Carmacks Feder.

Seine Zeit als Entwickler klassischer Games hat der Texaner mittlerweile hinter sich gelassen. Seit vergangenem Winter ist er für id Software nur noch beratend tätig. Mit Armadillo Aerospace betreibt er seit dem Jahr 2000 ein Engagement im Bereich der Weltraumtechnik. Seine Konzentration liegt derzeit aber als Technikchef von Oculus VR auf dem Bereich Virtual Reality.

Renaissance

Carmack erwartet viel von der Technologie, die derzeit am Beginn einer gro0en Renaissance zu stehen scheint. Auf der IFA in Berlin ist Oculus ebenfalls präsent, in Zusammenarbeit mit Samsung stellte man die Gear VR vor, eine VR-Brille ähnlich der Oculus Rift, allerdings auf Basis des Galaxy Note 4-Smartphones.

Seit er bei Oculus arbeite, habe er sich auch mit der Entwicklung für Android auseinandergesetzt, verrät der Games-Veteran nun im Interview mit Heise. Oculus betreut jene Plattform, aus der Apps für die Gear VR bezogen werden können. Dafür gibt es sogar einen eigenen Launcher, der sich mit Kopfbewegungen bedienen lässt und bald auch für den PC zur Verfügung stehen soll.

VR-Games oft problemlos portierbar

Neben einer großen Zahl an 360-Grad-Demos findet sich dort auch schon eine kleine Selektion von Spielen, darunter teils detailgetreue Portierungen von Games für die "normale" Oculus Rift, wie etwa "Titans of Space".

Viele Rift-Spiele würden moderne PCs deutlich unterfordern und ließen sich daher ohne Einschränkungen auch für Android umsetzen, sagt Carmack. Sehr anspruchsvolle Titel wie das in Alpha-Entwicklung befindliche Weltraumepos "Elite: Dangerous" würden mobile Plattformen aber freilich noch überfordern.

Mehr Sparsamkeit beim Programmieren

Die Entwicklung für Mobilgeräte bringt freilich eigene Tücken mit. Im Gegensatz zu PC-Spielen dürfe man die verfügbaren Ressourcen nie vollständig auslasten, erläutert Carmack, da man ein Smartphone sonst schnell zu problematischer Wärmeentwicklung treibt. Sparsamkeit sei also ein wichtiges Gebot, trotzdem müssten aber Vorgaben wie eine konstante Bildwiederholungsrate von 60 FPS erfüllt werden, um ein gutes VR-Erlebnis zu ermöglichen. Teilweise bedarf dies neuer programmiertechnischer Tricks.

"Größer als Doom"

Die Gear VR in ihrer jetzigen Fassung trage nicht umsonst den Beinamen "Innovator's Edition". Ähnlich wie die beiden bisherigen Oculus Rift-Iterationen ist sie kein Produkt für die allgemeine Kundschaft, sondern ein Angebot an Early Adopter und Entwickler, die mit der Technologie experimentieren wollen.

Virtual Reality werde jedenfalls noch eine gewaltige Euphorie unter den Spielern auslösen, gibt sich Carmack überzeugt. Die Technologie werde auch die ersten 3D-Games im Vergleich verblassen lassen und "größer als 'Doom'." (gpi, derStandard.at, 05.09.2014)

  • Schöner Ausblick: John Carmack rechnet mit großer Begeisterung der Spieler für VR-Technologie.
    foto: reuters

    Schöner Ausblick: John Carmack rechnet mit großer Begeisterung der Spieler für VR-Technologie.

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