Großaufstand bei US-Fastfood-Ketten

5. September 2014, 05:42
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15 Dollar statt sieben, so viel wollen in den USA die Mitarbeiter von McDonald's und Burger King mit großer Zähigkeit erstreiten

Die Mitarbeiter von Fastfood-Ketten wie McDonald's und Burger King gingen am Donnerstag im Kampf für höhere Löhne in mehr als 150 US-Städten in den Streik. Im ganzen Land wurde um zwölf Uhr Ortszeit die Arbeit niedergelegt, wie der Organisator Kendall Fells von der Bewegung "Fight for 15" angekündigt hatte. Der Kampagnen-Name bezieht sich auf die Forderung, den Stundenlohn auf 15 Dollar je Stunde (etwa 11,40 Euro) zu erhöhen. Dabei soll es laut Nachrichtenagentur Reuters auch zu Verhaftungen in manchen Städten gekommen sein, wegen "ordnungswidrigem Verhalten", wie es etwas kryptisch heißt.

Leben unter der Armutsgrenze

Nach Angaben der Gewerkschaft Service Employees International Union verdienen derzeit Arbeiter in der amerikanischen Fastfood-Industrie im Schnitt weniger als acht Dollar pro Stunde. Einer Studie des Economic Policy Instituts zufolge leben fast 17 Prozent der Beschäftigten in der US-Gastronomie unterhalb der Armutsgrenze.

Die 38-jährige Dana Wittman arbeitet etwa für Pizza Hut in Kansas City, Missouri. Dem "Guardian" erzählt sie, warum sie bei dem Streik mitmacht: Neun Dollar Stundenlohn bekommt sie bei der Nachtschicht, macht 600 Dollar pro Woche. Ihre Miete liegt bei 650 Dollar. Ohne staatliche Unterstützung kann sie ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten, wie sie sagt. Weil sie ihre Stromrechnung nicht bezahlen konnte, hat man ihr zuletzt den Strom abgedreht.

Große Bewegung wird immer größer

Der Streit um den Lohn bei Fastfood-Ketten gehört zu einer größeren Bewegung in den USA, die landesweit den gesetzlichen Mindestlohn erhöhen will. Gegenwärtig schreibt der Bund 7,25 Dollar pro Stunde vor, die Bundesstaaten legen zum Teil höhere Löhne fest. Im Kongress werden die Bemühungen insbesondere von den Demokraten getragen. "Niemand, der 40 Stunden die Woche arbeitet, sollte in Armut leben müssen", erklärte der unabhängige Senator Bernie Sanders aus Virginia zu den geplanten Streiks. Im November finden Kongresswahlen statt.

Ende 2012 sind erstmals Fastfood-Angestellte in New York auf die Straße gegangen, um gegen die Arbeitsverhältnisse zu protestieren. Die Streiks weiteten sich immer weiter aus, Ende 2013 sind Fastfood-Angestellte in 200 US-Städten in den Ausstand getreten. (red, derStandard.at, 4.9.2014)

  • Im Schnitt verdienen Mitarbeiter in der US-Fast-Food-Industrie weniger als acht Dollar pro Stunde.
    foto: reuters/andrew kelly

    Im Schnitt verdienen Mitarbeiter in der US-Fast-Food-Industrie weniger als acht Dollar pro Stunde.

  • 15 möchten sie haben und beweisen mit ihren Forderungen Zähigkeit....

    15 möchten sie haben und beweisen mit ihren Forderungen Zähigkeit....

  • ...und Ausdauer. Die Bewegung ist mittlerweile gut organisiert.
    foto: ap

    ...und Ausdauer. Die Bewegung ist mittlerweile gut organisiert.

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