Spaltung bei Taliban in Pakistan

4. September 2014, 20:40
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Neue Gruppierung wirft TTP-Führer Fazlullah Verrat vor

Islamabad - Eine Gruppe der pakistanischen Taliban hat sich von der Hauptfraktion der radikal-islamischen Rebellenbewegung abgespalten. Die neue Gruppierung unter dem Kommando eines besonders radikalen Islamisten verkündete am Donnerstag, sie erkenne die Führung von Maulana Fazlullah über die Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP) nicht länger an.

Die neue Gruppe nennt sich TTP Jamat-ul-Ahrar (Freiheitskämpfergruppe) und steht unter dem Kommando von Omar Khalid Khorasani. Dessen Kämpfer hatten im Februar verkündet, 23 Paramilitärs getötet zu haben, die sie seit 2010 gefangen hielten. Khorasanis vorherige Gruppe Ahrar-ul-Hind bekannte sich im Frühjahr zudem zu mehreren Angriffen auf die Regierung, obwohl in dieser Zeit eigentlich eine Waffenruhe zwischen der Regierung und den Taliban galt.

Nach Ansicht von Experten unterhält Khorasani enge Kontakte zu Al-Kaida und dessen Führer Aiman al-Zawahiri. Dieser hatte am Mittwoch die Gründung eines Al-Kaida-Ablegers im indischen Subkontinent verkündet. Eine Verbindung mit der TTP-Spaltung war zunächst nicht ersichtlich. Der Sprecher der neuen Gruppe, Ehsanullah Ehsan, der zuvor Fazlullah als Sprecher diente, warf diesem Verrat vor. Er und "die Gruppe von Opportunisten um ihn" gehörten fortan nicht mehr zur TTP. Fazlullah hatte die Führung über das lose Bündnis mehrerer Rebellengruppen im vergangenen November übernommen, nachdem der bisherige TTP-Führer Hakimullah Mehsud bei einem US-Drohnenangriff getötet worden war.

Das Rebellenbündnis ist seit Mitte Juni in ihren Hochburgen entlang der Grenze zu Afghanistan mit einer Großoffensive der Armee konfrontiert. Laut dem Militär wurden dabei bisher 900 Rebellen und 82 Soldaten getötet. Die TTP kämpft schon länger mit internen Konflikten. So erklärte im Mai eine Gruppe vom Stamm der Mehsud ihren Austritt aus dem Bündnis. Die Mehsuds gelten als die wichtigste Fraktion innerhalb der Allianz und der Rückzug der Gruppe wurde als schwerer Schlag gewertet. (APA, 4.9.2014)

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