FPÖ Vorarlberg kontra Strache

4. September 2014, 18:45
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Blauer Landeschef Dieter Egger ist gegen Euro-Austritt

Bregenz - Ausstiegsszenarien aus der Währungsunion, wie von FPÖ-Obmann Heinz Christian Strache gefordert, kommen in Vorarlberg nicht gut an. Auch nicht bei der eigenen Partei.

"Wir brauchen keine blöde Rederei, kein ständiges Europa-Bashing", reagierte Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) bei der ersten Konfrontation der Spitzenkandidaten am Mittwochabend scharf. "Sagen Sie dem Strache etwas ganz Einfaches", forderte er den Vorarlberger FPÖ-Chef Dieter Egger auf. "Der Austritt aus der Währungsunion bricht der Vorarlberger Wirtschaft das Genick."

Wallner nahm Egger in die Zange, wollte "eine glasklare Position, auch im Hinblick auf Gespräche, die man nach der Wahl vielleicht wird führen müssen". Womit Wallner Koalitionsverhandlungen meinte, die nach der Landtagswahl am 21. September anstehen werden, sollte die ÖVP wie prognostiziert ihre absolute Mehrheit verlieren.

Dieter Egger beeilte sich, Wallners Wunsch nachzukommen, und stellte klar: "Ich bin komplett anderer Meinung als Strache. Wir sind ein Teil Europas, ein Austritt kommt für mich nie infrage."

Laut Umfragen wird die FPÖ wieder zweitstärkste Partei. Egger möchte wieder in die Landesregierung. 2009 war er nach sechs Jahren in der Regierung wegen antisemitischer Äußerungen nicht mehr als Regierungspartner erwünscht.

Grünen-Spitzenkandidat Johannes Rauch, ebenfalls Bewerber um einen Regierungssitz, will nun wiederum von Wallner eine Klarstellung: "Die ÖVP wird sich entscheiden müssen, ob sie den Wirtschaftsstandort stärken oder mit der FPÖ zusammenarbeiten will." Es stehe die Zukunft des Exportlandes Vorarlberg auf dem Spiel. Wallner äußert sich nicht zu Koalitionen. (Jutta Berger, DER STANDARD, 5.9.2014)

  • Dieter Egger will wieder mitregieren.
    foto: apa/stiplovsek

    Dieter Egger will wieder mitregieren.

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