Iran-Atomverhandlungen: Das Ziel ist New York

Kommentar4. September 2014, 17:28
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Einiges deutet darauf hin, dass am Rande der Uno-Generalversammlung die Vorentscheidung fallen könnte

Seit der Iran und die internationalen Verhandler ihre Juli-Deadline bis Ende November verlängert haben, hat sich nach außen nicht viel getan: Beide Seiten scheinen weiter davon überzeugt, dass die jeweils andere eine Lösung des Atomstreits so sehr will, dass sie das entscheidende Stück nachzugeben bereit ist. Aber dieser Stillstand ist gefährlich, einem angehaltenen Prozess droht Korrosionsgefahr. Da und dort bröckelt er bereits: neue Sanktionen da, ein Hinterherhinken im mit der Internationalen Atomenergiebehörde akkordierten Zeitplan dort - sowie eine Verschärfung des iranischen Tons innen und außen.

Also ist ein Wiederaufraffen angesagt: Auf ein Treffen zwischen der Verhandlungsleiterin, der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton, und Irans Außenminister Javad Zarif in Brüssel folgt eine US-iranische Runde in Genf. Danach trifft man sich am 11. September wieder in Wien (das zuletzt ein bisschen links liegengelassen wurde).

Und dann kommt am 18. September New York. Einiges deutet darauf hin, dass am Rande der Uno-Generalversammlung zumindest die Vorentscheidung fallen könnte. Zwar wird daran gebastelt, Ashton das Iran-Dossier auch nach der Amtsübergabe an Federica Mogherini zu lassen: Es wäre absurd, sie und ihr bewährtes Team Anfang November, also im letzten Moment, auszutauschen. Aber noch viel eleganter wäre es, schon früher abzuschließen - in den USA, mit Präsident Barack Obama in den Kulissen. (Gudrun Harrer, DER STANDARD, 5.9.2014)

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