Zweifel an Formel 1 in Sotschi

4. September 2014, 17:02
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Fia-Funktionär Vatanen fordert Absage wegen Ukraine

Paris/London - Während im Weltfußballverband (Fifa) kein maßgeblicher Funktionär öffentlich fordert, Russland wegen seiner Rolle im Ukraine-Konflikt die WM 2018 zu entziehen, gibt es im Automobilweltverband (Fia) zumindest eine gewichtige Stimme, die dafür eintritt, den viel näher liegenden ersten Grand Prix von Russland abzusagen. Der soll am 12. Oktober in Sotschi steigen.

Ari Vatanen, 1981 Rallyeweltmeister und viermaliger Sieger der Rallye Dakar, frug sich in einem Interview mit der Tageszeitung The Telegraph, ob man mit dem Grand Prix in der Olympiastadt nicht ein Regime unterstütze, "das dieses Blutvergießen steuert". Der 62-jährige Finne antwortete selbst: "Nach Russland zu gehen, würde eine Botschaft der Akzeptanz setzen."

Vatanen, einst Mitglied des Europäischen Parlaments, war 2009 Jean Toth in der Wahl zum Fia-Präsidenten unterlegen, ist aber ein enger Vertrauter des Franzosen, den er über seine Ansichten auch informiert habe. "Es heißt oft, dass die Formel 1 Politik und Sport nicht vermischen soll, aber das russische Regime vermischt Politik und Sport bereits auf offensichtliche Art und Weise. Also müssen wir reagieren", sagte Vatanen weiter. Es sei nun die Aufgabe von Bernie Ecclestone und den Rechteinhabern, das Rennen abzusagen.

Der Brite wird kaum reagieren. "Wir haben einen Vertrag mit ihnen, den werden wir zu 100 Prozent respektieren, und das wird auch Herr Putin, da bin ich mir sicher. Er hat uns sehr unterstützt", sagte der 83-Jährige. (sid/red, DER STANDARD, 5.9.2014)

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