Renault Twingo: Der Kleine für zehn Scheine

4. September 2014, 16:53
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Der neue Renault Twingo ist innen größer, außen kürzer als sein Vorgänger und hat nun fünf Türen. Der Motor und der Antrieb sind nach hinten gewandert

Kaum ein anderer Wagen fährt so enge Kreise um seine Konkurrenz wie der Renault Twingo. Er hat nämlich einen Wendekreis von 8,6 Metern. Weil zwischen den Vorderrädern kein Motor ist, lassen sie sich weiter einschlagen.

Der Motor wanderte gemeinsam mit dem Antrieb nach hinten. Genau, beim Smart ist das auch so. Es ist kein Geheimnis mehr, dass der neue Twingo und der neue Smart in Allianz von Renault und Mercedes-Benz entwickelt wurden und folglich auf der gleichen Plattform stehen.

Angenehme Rundumsicht

Der Motor im Heck und der Antrieb auf die Hinterachse haben aber weitere Vorteile als nur einen kleinen Wendekreis. Der Twingo lässt sich angenehm agil fahren, und Antriebseinflüsse in der Lenkung gibt es einfach nicht mehr.

Um das Fahrgefühl noch angenehmer zu machen, hat der Twingo einen langen Radstand. Dabei ist der Wagen um zehn Zentimeter kürzer als sein Vorgänger. Das heißt, die Überhänge wurden extrem kurz. Zusammen mit der recht hohen Sitzposition hat man dadurch eine überraschend angenehme Rundumsicht.

Der Heckmotor hat aber auch einen Nachteil. Der Kofferraum wurde dadurch kleiner. Das merzt Renault dadurch aus, dass sie eine maximale Ladelänge von 2,3 Metern - mit umgelegtem Beifahrersitz - realisiert haben. Obwohl der Twingo außen kürzer wurde, bietet er innen um 22 Zentimeter mehr Länge.

Platz für Krimskrams

Schon allein deswegen wirkt der Twingo innen geräumiger als sein Vorgänger. Dabei helfen auch die pfiffigen Lösungen der Ablageflächen und Stauräume. Krimskrams muss so nicht im Kofferraum herumfliegen, sondern findet dort Platz, wo er am wenigsten im Weg ist.

Praktischer als sein Vorgänger ist der Twingo aber allein schon wegen der Türen für die hintere Sitzreihe. Die Türgriffe sind hinter den Fenstern in der C-Säule untergebracht, weshalb der Wagen auf den ersten Blick immer noch wie ein Dreitürer aussieht.

Nachgebessert hat Renault auch bei dem Kritikpunkt schlechthin. Die elektronische Stabilitätskontrolle ist jetzt serienmäßig verbaut. Dafür lässt sie sich nicht abschalten. Sicher ist sicher.

Innovatives Infotainment

Zur Auswahl stehen zwei Drei-Zylinder-Benzinmotoren, ein 70 PS starker Sauger mit einem Liter und ein 90 PS starker Turbo mit 898 Kubikzentimeter Hubraum. Ein knackiges Automatikgetriebe sucht man leider vergebens - den Twingo gibt es nur mit Fünf-Gang-Handschaltung.

Besonders innovativ ist Renault dafür wieder einmal beim Infotainment. Neben dem bekannten System R-Link gibt es im Twingo auch die Möglichkeit, das Smartphone als Bordcomputer zu nutzen. R & Go heißt das dann. Erst einmal mit dem Wagen verknüpft, wird es zum Navigationsgerät, Drehzahlmesser oder zum Einflüsterer für verbrauchsoptimiertes Fahren.

Bei Letzterem hilft auch der Eco-Mode. Rund zehn Prozent weniger Verbrauch verspricht Renault damit. (Guido Gluschitsch, DER STANDARD, 5.9.2014)

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

  • Ein fescher und frecher Flitzer ist er geworden, der neue Twingo. Jetzt ist er noch agiler geworden und hat endlich serienmäßig ESP. Das alles zu einem Einstiegspreis von knapp unter 10.000 Euro.
    foto: renault

    Ein fescher und frecher Flitzer ist er geworden, der neue Twingo. Jetzt ist er noch agiler geworden und hat endlich serienmäßig ESP. Das alles zu einem Einstiegspreis von knapp unter 10.000 Euro.

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