EVN mit Gewinnwarnung

4. September 2014, 15:49
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Energieversorger vor weiteren Abschreibungen von 295 Millionen Euro

Wien/Maria Enzersdorf - Der börsennotierte niederösterreichische Versorger EVN hat die Anleger am Donnerstag mit einer neuerlichen Gewinnwarnung aufgeschreckt. Weitere Wertberichtigungen in Höhe von insgesamt 295 Mio. Euro, wovon 190 Mio. Euro allein auf das Moskau-Engagement entfallen, dürften der EVN im Geschäftsjahr 2013/14 einen Konzernverlust von knapp 300 Mio. Euro bescheren.

Bereits Anfang Juli hatte die EVN eine erste Gewinnwarnung ausgegeben - wegen Strompreis-Änderungen in Bulgarien und Mazedonien mussten damals Abschreibungen von knapp 261 Mio. Euro vorgenommen werden. Mit den nun notwendigen weiteren Wertminderungen von 295 Mio. Euro dreht das Konzernergebnis von 115 Mio. im vergangenen Geschäftsjahr nun tief in die Verlustzone: Rechnet man die durch den Verlust entstehenden und in der Bilanz für das laufende Geschäftsjahr wirksam werdenden Steuerforderungen gegen, ergibt sich immer noch ein negatives Konzernergebnis von knapp 300 Mio. Euro nach Steuern.

Den größten Abschreibungsbrocken verursacht das Projekt einer Müllverbrennungsanlage in Moskau, wo eine Forderung um rund 190 Mio. Euro wertberichtigt werden muss, wie die EVN mitteilte. Das führe auch zu einer Wertminderung im Ausmaß von rund 40 Mio. Euro des Blockheizkraftwerks und der Schlammtrocknung in Ljuberzy (Moskau).

Durch eine deutlich verschlechterte Einschätzungen der langfristigen Strompreisentwicklung sei auch eine Wertminderung auf das Kraftwerk Dürnrohr im Ausmaß von rund 24 Mio. Euro erforderlich, heißt es in der Mitteilung. Ebenso führen diese Strompreisannahmen zu einer Wertminderung in Höhe von rund 41 Mio. Euro des aus dem Erwerb der Verbund Innkraftwerke GmbH stammenden Firmenwertes.

Weil die Wertminderungen zwar das Konzernergebnis drücken, aber nicht zahlungswirksam seien, hätten sie keinen Einfluss auf die erwarteten Dividendenzahlungen, wird betont. (APA, 4.9.2014)

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