Drakonische Strafe für brasilianischen Spitzenklub

4. September 2014, 15:26
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Grêmio wurde wegen rassistischer Sprechchöre beim Achtelfinal-Hinspiel gegen den FC Santos aus dem Cupbewerb ausgeschlossen

Porto Alegre - Drakonische Strafe wegen rassistischer Fan-Anfeindungen: Brasiliens Spitzenklub Grêmio Porto Alegre um den ehemaligen Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari wurde wegen fremdenfeindlicher Sprechchöre beim Achtelfinal-Hinspiel gegen den FC Santos (0:2) am vergangenen Donnerstag aus dem nationalen Pokalwettbewerb ausgeschlossen.

FIFA-Präsident Joseph Blatter begrüßte die Entscheidung des brasilianischen Verbandes: "Ich habe schon immer gesagt, dass der Fußball härter gegen Rassismus vorgehen muss. Brasilien hat das richtige Zeichen gesetzt", schrieb der Chef des Weltverbands auf Twitter.

Zudem wurde der Klub von der Disziplinarkommission des Obersten Sportgerichts (STJD) zu einer Geldstrafe von rund 17.000 Euro verurteilt.

Affengeräusche

Grêmio-Anhänger hatten insbesondere den dunkelhäutigen Santos-Torhüter Aranha rassistisch beleidigt. Das für Mittwochabend angesetzte Rückspiel fand nicht statt. "Ich habe versucht, es auszuhalten. Aber als dann die Affengeräusche dazukamen, konnte ich nicht mehr", sagte Aranha.

Der Klub hat jedoch bereits Einspruch gegen die Entscheidung eingelegt. Die von Fernsehkameras gefilmten und anschließend von der Polizei ermittelten Fans erhielten ein zweijähriges Stadionverbot. Zudem droht ihnen eine zivilrechtliche Strafverfolgung, Aranha hatte unmittelbar nach dem Spiel Anzeige erstattet.

Schiedsrichter Wilton Pereira Sampaio hatte die Vorkommnisse trotz der Hinweise von Aranha nicht im Spielbericht vermerkt, er wurde daraufhin mit einer Sperre von 90 Tagen belegt. (sid, 4.9.2014)

  • Das Stadion von Grêmio  in Porto Alegre ist kein provinzielles.
    foto: epa/necovarella

    Das Stadion von Grêmio in Porto Alegre ist kein provinzielles.

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