WHO befürchtet Ausbreitung von Ebola in Südostnigeria

4. September 2014, 12:21
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Ein Ausbruch in einer Hafenstadt könnte sich schneller verbreiten

Freetown/Conakry/Lagos - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) befürchtet eine Ausbreitung der Ebola-Epidemie im Südosten Nigerias. Wie die Organisation mitteilte, wurden in der Hafenstadt Port Harcourt im Südosten des Landes drei Fälle bestätigt.

Entscheidend für die Verbreitung war demnach die Infektion eines Arztes, der nach seiner Erkrankung noch Patienten operierte und vermutlich mit Dutzenden Menschen Körperkontakt hatte. Der Ausbruch in der Hafenstadt habe das Potenzial, sich schneller zu verbreiten als die Welle in der Metropole Lagos, wo das Virus zuerst auftrat, warnte die WHO am Mittwochabend.

Zweitägiges WHO-Treffen in Genf gestartet

Derweil beraten Experten über mögliche Therapien und Impfungen. Knapp 200 Mediziner und andere Experten aus aller Welt beraten seit Donnerstag in Genf darüber, wie die Ebola-Epidemie in Westafrika gestoppt werden kann.

Die Experten wollen unter anderem darüber diskutieren, welche noch nicht zugelassenen Medikamente im Kampf gegen das Virus verwendet werden könnten. Die WHO hatte Mitte August grünes Licht für den Einsatz von Ebola-Wirkstoffen gegeben, die bisher nicht am Menschen getestet sind. Mögliche Ergebnisse des Treffens, das hinter verschlossenen Türen stattfindet, sollen am Freitagabend bekannt gegeben werden.

Nach jüngsten Angaben der WHO sind in Westafrika bisher mehr als 3.500 Ebola-Erkrankungen registriert, 1.900 Menschen starben. Am dramatischsten ist die Lage in Guinea, Sierra Leone und Liberia. Dessen ungeachtet handle es sich bei Ebola nicht um eine afrikanische Krankheit, sondern um eine globale Krise, erklärte WHO-Chefin Margaret Chan in der Nacht auf Donnerstag in New York. (APA, 4.9.2014)

  • Die stellvertretende WHO-Generalsekretärin Marie-Paule Kieny und der stellvertretende WHO-Direktor Anarfi Asamoa-Baah am Donnerstag bei der Konferenz in Genf.
    foto: ap/christian brun

    Die stellvertretende WHO-Generalsekretärin Marie-Paule Kieny und der stellvertretende WHO-Direktor Anarfi Asamoa-Baah am Donnerstag bei der Konferenz in Genf.

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