Krise macht immer mehr Italiener zu Bauern

4. September 2014, 12:01
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Die Neuanstellungen im Agrarbereich nehmen spürbar zu, in Norditalien liegt das Plus bei fast 28 Prozent

Rom - In dem von einer akuten Arbeitslosigkeit belasteten Italien kehren immer mehr Menschen zur Landwirtschaft zurück. Im zweiten Quartal 2014 ist es in diesem Bereich bei den Neuanstellungen gegenüber dem Vorquartal zu einem Plus von 5,6 Prozent gekommen. In Norditalien betrug dieses Wachstum sogar 27,6 Prozent, teilte das italienische Statistikamt Istat mit.

Jede vierte Neuanstellung in der Landwirtschaft entfiel auf Unter-40-Jährige. Die Zahl der Landwirtschaftsunternehmen, die von Unter-35-Jährigen geleitet werden, stiegen gegenüber dem Vorquartal um 2,6 Prozent auf 48.620 an.

"Die Landwirtschaft bietet denjenigen Personen Beschäftigungsperspektiven, die innovative Ideen haben. Auch wer nur eine Saisonarbeit sucht, hat in der Landwirtschaft Möglichkeiten", meinte der Präsident des italienischen Landwirtschaftsverbands Coldiretti, Roberto Moncalvo.

Moncalvo beklagte jedoch, dass die Preise, die der Großhandel den Bauern zahle, oft nicht die Produktionskosten decke. Dies sei Verzerrungen im System und unloyaler Konkurrenz infolge von Transparenzmangel zuzuschreiben. Allzu oft würden Produkte aus dem Ausland als italienische Waren vermarktet werden, kritisierte Moncalvo. (APA, 4.9.2014)

  • Immer mehr Italiener sehen in der Landwirtschaft eine Beschäftigungsperspektive.
    foto: apa/philipp schulze

    Immer mehr Italiener sehen in der Landwirtschaft eine Beschäftigungsperspektive.

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