Japans Notenbank flutet Märkte mit Geld

4. September 2014, 10:55
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Tokio - Japans Notenbank setzt ihren Kampf gegen Preisverfall und Konjunkturschwäche fort. Sie wird auch weiterhin Wertpapiere im Volumen von jährlich 60 bis 70 Billionen Yen (434,44 bis 506,84 Mrd. Euro) aufkaufen, wie die Zentralbanker am Donnerstag entschieden.

Die Bank of Japan (BoJ) blickt zuversichtlich auf die Konjunktur: "Japans Wirtschaft setzt ihre moderate Erholung fort." Notenbankchef Haruhiko Kuroda rät der Regierung daher, trotz des jüngsten Konjunktureinbruchs an der für nächstes Jahr geplanten Mehrwertsteuererhöhung festzuhalten. Sie gilt als Lackmustest für die Reformbereitschaft des Fernost-Staates, der den höchsten Schuldenberg der Industriestaaten aufgetürmt hat.

Ökonomen rechnen für das dritte Quartal mit einer Erholung der Konjunktur, nachdem das Bruttoinlandsprodukt im Frühjahr aufs Jahr hochgerechnet um 6,8 Prozent eingebrochen war. Sollte sich die Wirtschaft wieder fangen, dürfte Ministerpräsident Shinzo Abe Ende nächsten Jahres die zweite Stufe der Mehrwertsteuererhöhung zünden. Als Abwehrmaßnahme gegen die hohe Staatsverschuldung hatte er die Steuer im April angehoben und damit den Japanern die Konsumlaune verdorben. Notenbankchef Haruhiko Kuroda ist allerdings zuversichtlich, dass dieser Effekt nicht von Dauer ist. Angesichts der Schuldenlast Japans sei es "sehr wichtig, dass es zu "steten Fortschritten" bei der Sanierung der Staatsfinanzen komme, mahnte er.

BoJ-Chef Kuroda sieht das Land auch auf gutem Kurs, die Deflation abzuschütteln. Ein Preisverfall auf breiter Front hatte die Wirtschaft lange Zeit gelähmt: Verbraucher hielten sich mit Käufen zurück, die Löhne sanken und Firmen schoben Investitionen auf die lange Bank. Die Notenbank will mit ihren massiven Geldspritzen dazu beitragen, die Inflation anzuheizen und die Jahresteuerung in naher Zukunft auf den Zielwert von zwei Prozent zu bringen. (APA/Reuters, 4.9.2014)

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