Spitzenwert beim Wohnungsbau: 60.000 Bewilligungen 2013

4. September 2014, 10:28
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Eigenheim-Förderungen auf Allzeittief: Nur noch zwei von fünf werden gefördert gebaut

Jahrelang war in Österreich die Rede davon, dass zu wenige neue Wohneinheiten entstehen. Neuestes Zahlenmaterial, das von Wohnbauforscher Wolfgang Amann (Institut für Immobilien, Bauen und Wohnen) im Auftrag des Fachverbands der Stein- und keramischen Industrie und der Arge Eigenheim erhoben wurde, gibt nun aber Anlass für Optimismus: Demnach wurden im vergangenen Jahr 46.000 Wohnungen in neuen Wohngebäuden baubewilligt.

Insgesamt 60.000 Bewilligungen

Zusammen mit Sanierungen und in gemischt genutzten Neubauten wurden sogar mehr als 60.000 Bewilligungen erteilt. "Das ist die höchste Neubauleistung seit fast 20 Jahren und erreicht annähernd das Volumen des Baubooms der 1990er-Jahre", analysiert Amann.

In den meisten Bundesländern lag der Neubau "nahe am Wohnungsbedarf, teilweise auch darüber". 55.000 bis 60.000 neue Wohneinheiten pro Jahr nannten die maßgeblichen Wohnbauforscher zuletzt immer als Zielgröße, die es zu erreichen gelte.

"Boom" im geförderten Bereich

Auch im Teilsegment des geförderten Wohnbaus kam es zu einem kleinen "Boom": Dieser legte 2013 um mehr als 20 Prozent auf 30.300 Wohneinheiten zu. In diesen Zahlen sind allerdings auch die 2.341 Wohneinheiten enthalten, die in Wien im Rahmen der (freifinanzierten) "Wohnbauinitiative" bewilligt wurden.

Insgesamt erreichte der mehrgeschoßige Wohnbau mit 24.100 Förderzusicherungen bzw. einem Zuwachs von 40 Prozent gegenüber 2012 den höchsten Wert seit 20 Jahren. Konträr dazu verlief die Entwicklung bei der Eigenheimförderung. Mit nur noch 6.200 Zusicherungen und einem Rückgang von mehr als 20 Prozent gegenüber 2012 wurde ein historischer Tiefpunkt erreicht.

Viele Eigenheime ohne Förderung

Dieser anhaltende Trend ist für Amann bedenklich, weil er im Umkehrschluss bedeutet, dass immer mehr Einfamilienhäuser ohne Wohnbauförderung errichtet werden. Bundesweit beantragten nur 38 Prozent der Häuslbauer Förderung, in Salzburg, der Steiermark, Wien und Tirol nicht einmal jeder Fünfte. "Lenkungseffekte der Wohnbauförderung zu Energie- und Flächeneffizienz gehen so verloren", resümiert der Wohnbauforscher. Weil sich aufgrund von EU-Vorgaben bis 2020 die Bauordnungen an die Wohnbauförderrichtlinien annähern dürften, erwartet er hier aber eine Besserung. (red, derStandard.at, 4.9.2014)

  • Die Förderzusicherungen im mehrgeschoßigen Wohnbau erreichten mit 24.100 Wohneinheiten den höchsten Wert seit 20 Jahren.
    foto: derstandard.at

    Die Förderzusicherungen im mehrgeschoßigen Wohnbau erreichten mit 24.100 Wohneinheiten den höchsten Wert seit 20 Jahren.

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