Bauernbund will neue Exportmärkte erschließen

4. September 2014, 12:11
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Nach Russlands Importverbot: Minister Rupprechter sieht Asien und Nordafrika als Hoffnungsmärkte

Das Lebensmittelimportverbot bereitet der österreichischen Landwirtschaft Sorgen. Auch der agrarpolitische Herbstauftakt ist in diesem Jahr vom Lebensmittelimportverbot Russlands überschattet. Bereits im Frühjahr strich Russland einige Schlachtereien und Molkereibetriebe von der Liste der Importfirmen. Anfang August wurde das Importverbot für Agrargüter als Gegenmaßnahme zu den Sanktionen des Westens ausgeweitet. Vergangenes Jahr hat Österreich Agrargüter und Lebensmittel im Wert von 238 Millionen Euro nach Russland exportiert.

Aufruf zu mehr Regionalkonsum

Bauernbund-Präsident Jakob Auer appellierte am Donnerstag an die Österreicher und Österreicherinnen, zu heimischen Lebensmitteln zu greifen. Das sei ein Produktionsauftrag für die heimische Landwirtschaft und würde Arbeitsplätze sichern. Die Preissituation in der Landwirtschaft sei im Moment alles andere als erfreulich. "In den betroffenen Sparten Fleisch, Milch, Käse, Obst und Gemüse müssen auch neue Exportmöglichkeiten in Drittländer gefunden werden", sagte Auer.

Sondersitzung der EU-Agrarminister anberaumt

Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP) befürchtet indessen eine Verschärfung der geopolitischen Situation. Er ortet ein "diplomatisches Versagen Europas". Zur Abfederung der Folgen brauche es eine solidarische europäische Antwort und rasche Hilfsmaßnahmen für die betroffenen Sektoren.

In einer Sondersitzung der EU-Agrarminister sollen am Freitag weitere Maßnahmen wie etwa die Erhöhung der Finanzmittel beschlossen werden. Auch die Exportoffensive soll intensiviert werden. Hoffnungen setzt Rupprechter in die asiatischen und nordafrikanischen Märkte. Auch Landwirtschaftskammer-Präsident Hermann Schultes fordert rasches Handeln. Es gelte, Übermengen aus den Märkten zu entfernen, sie einzulagern oder für humanitäre Hilfsaktionen zur Verfügung zu stellen.

Bauernbund lehnt Erhöhung der Grundsteuer ab

Mit dem raschen Wechsel in der ÖVP zeigten sich Rupprechter und Auer zufrieden. Dieser sei sehr professionell abgelaufen, so Auer. Er warnte jedoch vor überzogenen Erwartungen an eine Erhöhung der Grundsteuer. Diese sei eine Mittelstandssteuer und würde zu einer Kostenexplosion bei den Mieten führen. "Für eine Substanzsteuer bin ich nicht zu haben, für eine Ertragssteuer schon." (ekk, derstandard.at, 4.9.2014)

  • Andrä Rupprechter ist weiterhin auf Apfel-Promotiontour: Gesehen am Donnerstag mit Wein-&-Co-Chef Florian Grösswang.
    foto: wein & co/schedl

    Andrä Rupprechter ist weiterhin auf Apfel-Promotiontour: Gesehen am Donnerstag mit Wein-&-Co-Chef Florian Grösswang.

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