US-Justizministerium beginnt Ermittlungen gegen Polizei in Ferguson

4. September 2014, 09:56
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Ministerium untersucht, ob es bei der Behörde eine längere Geschichte von Diskriminierung und Amtsmissbrauch gibt - Auch FBI ermittelt

Das US-Justizministerium leitet eine großangelegte Untersuchung zu den Praktiken der Polizei von Ferguson ein. Im Zentrum steht der Umgang mit Bürgerrechten, berichtete die "Washington Post". Am 9. August wurde in der Kleinstadt nahe St. Louis der unbewaffnete Afroamerikaner Michael Brown von einem weißen Polizisten erschossen. In der Folge kam es in Missouri zu wütenden Protesten und Unruhen in der Bevölkerung.

Die Untersuchung wird zusätzlich zu den Ermittlungen des FBI durchgeführt, die sich vor allem auf die Vorfälle am 9. August konzentrieren. Das Justizministerium will darüber hinaus untersuchen, ob es in der Polizei von Ferguson Muster und eine längere Geschichte von Diskriminierung und Amtsmissbrauch gibt.

Auch weitere Behörden unter Beobachtung

Neben Ferguson sollen auch andere Polizeibehörden in Missouri unter die Lupe genommen werden. Die neuen Ermittlungen wurden noch nicht offiziell angekündigt. Zusätzlich wird gegen den Polizisten Darren Wilson ermittelt, der den unbewaffneten Jugendlichen erschoss. Eine Grand Jury soll entscheiden, ob gegen ihn Anklage erhoben wird.

Rund 20.000 Menschen leben in Ferguson, zwei Drittel davon sind Afroamerikaner. Die Polizei hat 53 Beamte, von ihnen sind nur vier schwarz. Justizminister Eric Holder öffnete seit seinem Amtsantritt im Jahr 2009 20 solcher Untersuchungen zum Umgang mit Bürgerrechten. Das sind doppelt so viele wie in den fünf Jahren zuvor. (APA/red, derStandard.at, 4.9.2014)

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