Menschenrechtler: IS tötete bei Massenexekutionen bis zu 770 Iraker

3. September 2014, 17:45
28 Postings

Opfer im Juni nach der Einnahme von Tikrit hingerichtet

Tikrit - Die radikalislamische Miliz Islamischer Staat (IS) hat bei mehreren Massenexekutionen im Irak bis zu 770 Soldaten getötet. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch berichtete am Mittwoch, die Soldaten seien im Juni getötet worden, nachdem die Extremisten die Stadt Tikrit eingenommen hätten.

Insgesamt seien dort fünf Stellen identifiziert worden, an denen die IS Massentötungen begangen habe. Human Rights Watch stützt sich dabei auf Zeugenaussagen sowie die Auswertung von Bildern und Videos. Die Zahl der Toten bei den Exekutionen liegt demnach zwischen 560 und 770. Ein Überlebender berichtete, die Extremisten hätten ihren Opfern Hände und Augen verbunden und sie erschossen.

IS: 1.700 schiitische Soldaten getötet

Human Rights Watch hatte bereits Ende Juni von Massenexekutionen mit bis zu 190 Toten in Tikrit berichtet. Die nun viel höhere Opferzahl habe sich ergeben, nachdem weiteres Material ausgewertet worden sei.

Die IS-Kämpfer hatten Tikrit am 11. Juni eingenommen. Die Extremisten vermeldeten laut Human Rights Watch einen Tag später auf Twitter, sie hätten 1.700 schiitische Armeeangehörige getötet. Sie verbreiteten zudem Videos und Fotos. (APA, 3.9.2014)

Share if you care.