Wettbewerbsranking: Schwache Europäer

3. September 2014, 17:47
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Vor allem Südländer stürzen weiter ab

Wien - Die FPÖ und auch das Team Stronach haben den Bericht des World Economic Forum (WEF) über die Wettbewerbsfähigkeit gleich einmal zur Chefsache erklärt. Wie berichtet ist Österreich in dem in der Nacht auf Mittwoch veröffentlichten WEF-Ranking von Platz 16 auf 21 abgestürzt.

"Dass sich Österreich für internationale Unternehmen immer uninteressanter macht, ist ein Problem, das auf die unfreundliche Wirtschaftspolitik der Koalition zurückzuführen ist", teilte FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache per Aussendung mit. Wenn Österreich so weit zurückfalle, sei das ein Alarmzeichen, meinte Team Stronach Klubobfrau Kathrin Nachbaur, es "muss sofort gehandelt werden".

Die Ökonomen des WEF sehen in der Tat viel Handlungsbedarf. So gibt es nicht weniger als zehn Kriterien, die dazu beitragen, dass Österreich zusehends an Wettbewerbsfähigkeit verliert. Allen voran sind das laut der Organisation die hohen Steuersätze, aber auch restriktive Arbeitsgesetze und die ineffiziente Regierungsbürokratie. Probleme gibt es zudem bei der Infrastruktur und der Ausbildung von Arbeitskräften. Als positiv wird die Gesundheitsversorgung und die politische Stabilität erwähnt.

Schwache Europäer

Ein Trost dürfte immerhin sein, dass Österreich nicht als einziges EU-Land schlecht dasteht. Im Gegenteil. Eine Reihe von süd- und osteuropäischen Ländern schneidet schlecht ab. Griechenland etwa landet gerade einmal auf Rang 81, nur zwei Plätze vor dem Iran. Italien kommt nur auf Platz 49, Slowenien nur auf Platz 70 und die Slowakei nur auf Rang 75. Auch Rumänien und Ungarn schneiden schlecht ab. Erstes EU-Mitgliedsland im Ranking ist Finnland auf Platz vier hinter den Vereinigten Staaten. Die interessante Volkswirtschaft aus Sicht der Unternehmer bleibt die Schweiz vor Singapur.

Insgesamt hat das WEF Daten aus 144 Staaten in zwölf Kategorien (Infrastruktur, Rechtssicherheit, Forschungsausgaben, Arbeitsmarkt etc.) ausgewertet. Über die Aussagekraft der Untersuchung wird immer wieder diskutiert, nicht zuletzt weil wirtschaftlich starke Länder wie Luxemburg oder eben Österreich im Ranking regelmäßig hinter Staaten wie den Vereinigten Arabischen Emiraten landen. Das WEF selbst argumentiert, das Ranking beurteile vor allem, wie sehr das Potenzial eines Landes genutzt werde. (szi, DER STANDARD, 4.9.2014)

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