Knapp 700 Personen bezogen bisher Pflegekarenzgeld

3. September 2014, 15:51
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Erstes Halbjahr 2014: 597 Anträge aufgrund einer Pflegekarenz, 75 aufgrund einer Pflegeteilzeit

Wien - Im ersten Halbjahr 2014 haben 672 Personen aufgrund einer Pflegekarenz oder einer Pflegeteilzeit Pflegekarenzgeld bezogen. Das geht aus einer parlamentarischen Anfragebeantwortung von Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) an die Grüne Sozialsprecherin Judith Schwentner hervor. Möglich ist der Bezug des Karenzgelds seit Anfang dieses Jahres.

Großteils Frauen

In 75 Fällen wurde ein Pflegekarenzgeld aufgrund einer Pflegeteilzeit gewährt. Der weitaus größere Teil der Anträge (597) wurde im Rahmen einer Pflegekarenz genehmigt. Dabei wurden die meisten Anträge in der Steiermark gewährt (135), danach in Niederösterreich (108) und in Oberösterreich (104). Großteils, nämlich zu 71,92 Prozent, waren es Frauen, die das Karenzgeld in Anspruch nahmen. Die durchschnittliche Höhe des Pflegekarenzgelds betrug in den ersten sechs Monaten täglich 29,47 Euro.

In 215 Fällen wurde ein Pflegekarenzgeld aufgrund einer Familienhospizkarenz bzw. -teilzeit zur Sterbebegleitung gewährt. Darüber hinaus wurde es in 185 Fällen zur Begleitung von schwerkranken Kindern genehmigt.

Bis zu drei Monate

Pflegende Angehörige können seit Anfang dieses Jahres bis zu drei Monate in Pflegekarenz oder Pflegeteilzeit gehen. Für die Job-Unterbrechung ist ein Karenzgeld analog zum Arbeitslosengeld (bis zu maximal 1.400 Euro monatlich) vorgesehen. Notwendig ist eine schriftliche Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Beim Regierungsbeschluss der neuen Regelungen im vergangenen Sommer war das Sozialministerium davon ausgegangen, dass die Pflegekarenz bzw. -teilzeit von rund 2.000 Personen in Anspruch genommen werden würde. "Wir denken, dass diese Maßnahme entsprechend der Notwendigkeit angenommen wird", hieß es am Mittwoch aus dem Ministerium. Dass die Zahlen bisher unter den Erwartungen blieben, sei darauf zurückzuführen, dass es eine gewisse Zeit brauche, bis sich die Maßnahme implementiere, außerdem seien diese Fälle schwer vorauszusagen. Zudem wurde darauf verwiesen, dass es sich um eine freiwillige Möglichkeit handle, die mit dem Arbeitgeber vereinbart werden müsse.

Grüne pochen auf Rechtsanspruch

Angesichts der Daten pochten die Grünen erneut auf einen Rechtsanpruch auf Pflegekarenz und Pflegeteilzeit: "In einer schwierigen Lebenssituation, wie es ein Pflegefall in der Familie ist, sollten wir Menschen nicht zu Bittstellern gegenüber ihrem Arbeitgeber machen", betonte Schwentner in einem Statement. (APA, 03.09.2014)

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