Projekt "Kill Everything": Spieler tötet in sieben Monaten (fast) alles in "Fallout 3"

4. September 2014, 11:35
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Über 3.000 virtuelle Opfer für neue Spielerfahrung

Wenn ein Spiel einmal ausgespielt ist, wird es meistens weggelegt. Einige Titel bieten jedoch genug Anreiz zur Wiederkehr, darunter allerlei Rollenspiele mit offener Welt. Durch Veränderungen des eigenen Charakters, den Anschluss an andere Fraktionen oder das Treffen unterschiedlicher Entscheidungen ermöglichen sie es, das selbe Game neu zu erleben. Einen anderen Weg hierzu hat sich der Spieler "Many A True Nerd" beim postapokalyptischen Abenteuer "Fallout 3" erschlossen.

Sein Zugang, um eine "frische" Spielerfahrung zu haben, war es, alle Charaktere im virtuellen Wasteland zu töten, berichtet Kotaku.

Wie das "erste Mal"

Mitte Januar hat er diese Mission aufgenommen und war sieben Monate damit beschäftigt. Sein gewalttätiges Treiben hat er in Form von Youtube-Videos dokumentiert. "'Fallout 3' und 'New Vegas' sind herausragende Spiele und ich wollte das Gefühl einfangen, als würde ich sie das erste mal erleben. Also habe ich sie mit einem selbst auferlegten Regelwerk gespielt, was den Zugang zum Spiel total verändert hat", sagt er.

Die beiden letzten "Fallout"-Titel verfügen über ein Karma-System, über welches der Spieler sich so etwas wie einen Ruf aneignen kann. Zusätzlich spielen auch Fraktionszugehörigkeiten und individuelle Beziehungen zu Charakteren eine Rolle. Features, die die Entwickler von Bethesda nutzten, um eine lebendige Welt zu schaffen und seine Geschichte mit verschiedenen Nuancen zu erzählen.

Ausbruch aus dem Spielkorsett

Sterben alle NPCs (mit Ausnahme jener, deren Tötung das Spiel nicht zulässt), birst das zumeist unsichtbare Handlungs- und Technik-Korsett an einigen Stellen. So stellt sich heraus, dass der Bewegungspfad des Roboters Liberty Prime an eine Person namens Vargas gebunden ist. Stirbt diese, steht die Kampfmaschine reglos in der Landschaft herum. Da er im Laufe der letzten Mission allerdings eine bestimmte Barriere brechen muss, gilt dies als spielzerstörender Bug.

"Many A True Nerd" fand allerdings eine Lösung für das Problem und brachte so lange Mitglieder der Fraktion des Roboters um, bis dieser begann, ihn anzugreifen. So konnte er ihn zur Barrikade locken. Auf diesem Wege sei die Mission von einem "Spaziergang" zu einem fast unmöglichen Unterfangen geworden, so der Spieler.

3.012 Opfer

Seine eigenwillige Aufgabe führt "Many A True Nerd" durch das Hauptspiel und fünf DLCs. Abzüglich der unsterblichen Charaktere (die er zumindest einmal KO schlug) kommt er auf eine Opferzahl von 3.012.

Nun widmet er sich einem neuen Ziel im Nachfolgespiel "Fallout: New Vegas". Er versucht, das Spiel im Permadeath-Modus zu absolvieren, ohne sich jemals zu heilen. (gpi, derStandard.at, 04.09.2014)

many a true nerd
  • Auf seiner selbst auferlegten Mission ließ "Many A True Nerd" keine Gnade walten.
    foto: fallout 3

    Auf seiner selbst auferlegten Mission ließ "Many A True Nerd" keine Gnade walten.

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