Neos wollen "Bildung aus einer Hand"

3. September 2014, 13:43
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"Kompetenzdschungel muss ein Ende haben": Bildungsministerium soll für Kindergärten zuständig sein

Wien - Kindergärten müssten endlich als Bildungseinrichtungen gesehen werden, forderte Neos-Familiensprecherin Beate Meinl-Reisinger am Mittwoch. Elementapädagogik sei nicht Kinderbetreuung, sondern "Kinderbildung" und daher im Familienministerium falsch verortet. "Wir wollen Bildung aus einer Hand, deshalb muss der gesamte Bereich ins Bildungsressort wechseln."

Das Bildungsministerium ist derzeit nur für die Ausbildung an den Bildungsanstalten für Kindergartenpädagogik (Bakip) zuständig, die übrigen Kompetenzen verteilen sich auf Bund (unter anderem Familienressort), Länder und Gemeinden. "Genau dieser Kompetenzdschungel muss ein Ende haben", nannte Meinl-Reisinger eine der in einer neuen Broschüre versammelten Neos-Forderungen.

"Chance vertan"

Wir nehmen jetzt mehr als 300 Millionen Euro in die Hand - die Chance, diese Bundesmittel stärker an Qualitätsvorgaben zu koppeln, wurde dennoch vertan", ortete sie Mängel bei der vor dem Sommer beschlossenen Bund-Länder-Vereinbarung zum Ausbau der Kindergartenplätze. So gebe es etwa noch immer deutliche Unterschiede bei den Öffnungszeiten je nach Bundesland. "Nur eine Kompetenz des Bundes in Grundsatzgesetzgebung für Hort- und Kindergartenwesen kann für einheitliche Mindeststandards sorgen."

Verbindlicher Rahmen

Meinl-Reisinger fordert zur Absicherung bundesweiter Mindeststandards außerdem einen verbindlichen Bundesqualitätsrahmenplan (für Betreuungsschlüssel, Gruppengröße etc.), zusätzlich müsse die Umsetzung des schon 2009 beschlossenen Bildungsrahmenplans endlich verbindlich gemacht werden. Bei der Einhaltung von Qualitätsstandards und Qualitätsentwicklung sollten die Kindergärten nach Vorstellung der Neos von einem neu zu schaffenden Bildungsservice unterstützt werden, das auch für die Schulen zuständig wäre. Die Ausschüttung von zusätzlichen Bundesmitteln könnte beim Neos-Modell stärker an die Einhaltung von Qualitätsstandards gekoppelt werden.

Ausbildungsreform

Ebenfalls unabdingbar ist für Meinl-Reisinger eine Reform der Ausbildung der Kindergartenpädagogen: Die Bakips müssten umgebaut werden in Berufsbildende Höhere Schulen (BHS) für den Sozial-, Gesundheits- und Bildungsbereich. "Damit müsste man sich nicht mehr mit 14 Jahren festlegen. Das ist nämlich eines der Probleme, wieso viele dann nicht den Beruf der Elementarpädagogin oder des Elementarpädagogen ergreifen." Danach sollte es eine Fachausbildung für Kindergartenpädagogen auf tertiärem Niveau (Bachelor) geben. Damit, so hoffen die Neos, würde der Beruf auch für Männer attraktiver. (APA, 3.9.2014)

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