Installationsfirma Krobath insolvent

3. September 2014, 12:36
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Fortführung der Feldbacher Firma - nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Gebäudetechnikfirma - wird angestrebt

Feldbach - Die Feldbacher Installationsfirma Krobath (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Feldbacher Gebäudetechnik-Unternehmen, Anm.) - eine der größten in Ostösterreich - ist mit einer Überschuldung von rund 1,5 Mio. Euro insolvent. Dies teilten die Kreditschützer AKV, KSV und Creditreform am Dienstag mit. Die Firma mit 292 Mitarbeitern beantragte am Handelsgericht Graz eine Sanierung ohne Eigenverwaltung - die vor allem an der Hausbank hängen dürfte.

Das oststeirische Unternehmen mit Filialen in der Steiermark, NÖ und Burgenland und einer 130-jährigen Firmengeschichte war zuletzt u.a. wegen stark zurückgegangener Aufträge und einem harten Preiskampf innerhalb der Branche in der Steiermark in Schwierigkeiten geraten. Dazu kamen ein nicht geglückter Einstieg ins Projektkundengeschäft und interne Organisationsmängel, etwa beim Warenwirtschaftssystem. Zudem hatte das Unternehmen schon im Jahr 2008 knapp eine Insolvenz vermieden: Damals war noch ein außergerichtlicher Forderungsnachlass bei Lieferanten und Behörden mit einer Quote von 35 Prozent erreicht worden, so der AKV.

Der dem Gericht vorgelegte Sanierungsplan sieht für die rund 790 Gläubiger das Mindestanbot von 20 Prozent vor. Zahlbar binnen zwei Jahren ab Annahme des Sanierungsplanes. Insolvenzverwalter ist die Grazer Kanzlei Scherbaum-Seebacher. Zur Fortführung ist ein Kredit von 2,5 Mio. Euro erforderlich, so die Kreditschützer. Ob die Hausbank diese Kreditlinie öffnet, müsse noch verhandelt werden. Das Unternehmen hatte erst in diesem Jahr die Hausbank gewechselt.

Elf Filialen

Das Unternehmen mit Hauptsitz in Feldbach war bisher vor allem im Bereich Heizungs- und Lüftungsanlagen, Gas- und Wasserinstallationen in Gebäuden sowie Bäder und Sanitäranlagen tätig. Betrieben werden elf Filialen, in der Steiermark in Graz, Hartberg, Fürstenfeld, Wagna, Mariazell, Unterpremstätten, Puch und Straden. In Niederösterreich verfügt man über Standorte in Oberwart und Jennersdorf sowie in Niederösterreich in Traiskirchen. Ein Servicestützpunkt in Oberpullendorf sei laut AKV bereits im Juni faktisch geschlossen worden.

Die Aktiva des Unternehmens sollen sich auf 14,4 Mio. Euro belaufen, die Passiva auf 15,9 Mio. Euro - die Masse davon bei Banken, Finanz sowie Löhne und Gehälter für Dienstnehmer. Daraus ergibt sich eine Überschuldung von 1,5 Mio. Euro. Im Zuge der Sanierung dürfte es für die 292 Dienstnehmer (einschließlich 42 Lehrlingen) zu schmerzhaften Einschnitten kommen. Bei den Kreditschützern rechnet man mit Kündigungen, weiters sollen die fünf Filialen in Wagna, Mariazell, Unterpremstätten, Puch und Straden geschlossen werden. Eine gänzliche Einstellung des Betriebs würde den regionalen Arbeitsmarkt in der nicht sehr strukturstarken Region stark belasten. (APA, 3.9.2014)

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