Peter Bieri erhält Tractatus-Preis

3. September 2014, 12:07
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Schweizer Philosoph Peter Bieri für sein Werk "Eine Art zu leben. Über die Vielfalt menschlicher Würde" ausgezeichnet

Bregenz/Lech - Der Schweizer Philosoph Peter Bieri wird mit dem Essay-Preis "Tractatus" des Philosophicum Lech ausgezeichnet. Er erhält den mit 25.000 Euro dotierten Preis exemplarisch für sein Werk "Eine Art zu leben. Über die Vielfalt menschlicher Würde", hieß es vom Philosophicum Lech. Bieri habe damit ein Meisterwerk lebenspraktischer Philosophie geschaffen, so die Jury.

Der Preisträger

Der 70-jährige Bieri nähert sich in seinem Buch dem Begriff Würde auf mannigfaltige Weise, indem er zahlreiche veranschaulichende Beispiele darlegt und ihn auf seine lebenspraktische Bedeutung hin überprüft. Franz Schuh - eines der drei Jurymitglieder neben Ursula Pia Jauch und Rüdiger Safranski - stellte fest: "Die menschliche Würde existiert hauptsächlich, so lernt man es von Bieri, im Zusammenhang vielfältiger Anforderungen an unser Dasein". Bieri gelinge es, die Vielfalt der Daseinsweisen, die für die Würde konstitutiv sind, anschaulich zu machen.

Bieri, der unter dem Pseudonym Pascal Mercier auch als Romanautor erfolgreich ist ("Nachtzug nach Lissabon" u.a.), setzte sich mit seinem Werk gegen den oberösterreichischen Schriftsteller Martin Pollack sowie die anderen nominierten Autoren Manfred Geier, Wilhelm Schmid, Ilija Trojanow und Barbara Vinken durch. Bisherige "Tractatus"-Preisträger sind Franz Schuh (2009), Kurt Flasch (2010), Norbert Bolz (2011), Herbert Schnädelbach (2012) und Kurt Bayertz (2013). Vergeben wird der Preis am 19. September 2014 im Rahmen des Philosophicum Lech, das sich heuer in seiner 18. Auflage von 17. bis 21. September dem Thema "Schuld und Sühne. Nach dem Ende der Verantwortung" widmet. Das Philosophicum ist bereits ausgebucht.

Der Preis

Der privat finanzierte "Tractatus"-Preis - er gehört zu den höchstdotierten im deutschsprachigen Raum - wurde auf Anregung des Vorarlberger Schriftstellers Michael Köhlmeier ins Leben gerufen. "Prämiert werden herausragende deutschsprachige kulturwissenschaftliche Publikationen, die philosophische Fragen in erweitertem Sinne ambitioniert und einer breiten Öffentlichkeit verständlich auf dem immer wichtiger werdenden Feld geistiger Auseinandersetzungen und Standortbestimmungen diskutieren", so der wissenschaftliche Philosophicum-Leiter Konrad Paul Liessmann. Berücksichtigt würden dabei besonders die Relevanz des Themas, die sprachliche Gestaltung sowie die Originalität des Denkansatzes. (APA, derStandard.at, 3. 9. 2014)


Link
18. Philosophicum Lech: "Schuld und Sühne. Nach dem Ende der Verantwortung", 17. bis 21. September 2014, Lech am Arlberg

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