Wirkung von Designerdrogen erforschen

3. September 2014, 11:19
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Neues Suchtforschungszentrum an der Med-Uni Wien

Neben klassischen Suchtmitteln drängen immer mehr neue psychoaktive Substanzen auf den Markt. Ihre Wirkungen und gefährlichen Nebenwirkungen sind meistens unerforscht. Um Suchterkrankungen besser untersuchen zu können, hat die Med-Uni Wien nun ein neues Suchtforschungszentrum etabliert. Es wird damit ein neues Kompetenzzentrum geschaffen, das neben der Suchtforschungskoordination auch der öffentlichen Aufklärung dienen und bei der Prävention helfen wird.

Neue psychoaktive Substanzen kommen als sogenannte "Designerdrogen" auf den Markt und sind nur selten erforscht. Ihre Wirkungen sind ein Gesundheitsrisiko für die Betroffenen, insbesondere Minderjährige, ähnlich wie auch klassische Suchtmittel wie Nikotin, Alkohol, Cannabis, Kokain und Opioide.

Belastung für Betroffene reduzieren

Um die Erforschung und die Aufklärung zu diesen Suchtmitteln und Suchtkrankheiten zu optimieren, hat die Medizinische Universität Wien nun das Suchtforschungszentrum AddRess (Center for "Addiction Research & Science") im Rahmen des Schwerpunktes Medizinische Neurowissenschaften etabliert.

Seine Aufgabe ist die Gewinnung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse und die Aufklärung der Öffentlichkeit. "Es geht uns darum, durch Aufklärung das Leid des Einzelnen sowie die wirtschaftlichen Belastungen für die Gesellschaft zu reduzieren", erklärt Harald Sitte vom Institut für Pharmakologie am Zentrum für Physiologie und Pharmakologie der Med-Uni Wien. Das Zentrum wird zukünftig als unabhängige Referenzplattform für faktenbasierte Informationen rund um die Suchtproblematik dienen.

Sein Wirkungsbereich umfasst die interdisziplinäre Förderung, Unterstützung und Stimulation der diagnostischen, therapeutischen und psychosozialen Forschung zu Ätiologie, Pathophysiologie und Epidemiologie von Suchterkrankungen. Dabei geht es sowohl um klinische als auch um experimentelle Forschung.

Taskforce gegen Sucht

Neben substanzgebundenen stehen auch nicht-substanzgebundene Suchtformen im Fokus. Um das gesamte Spektrum zu umfassen, sind ForscherInnen aus unterschiedlichen Fachbereichen eingebunden, wie dem Zentrum für Physiologie und Pharmakologie, der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, dem Zentrum für Public Health sowie dem Zentrum für Hirnforschung. Zudem werden die bereits vorhandenen internationalen Kontakte durch diese Bündelung intensiviert und bilden dadurch eine besondere Stärke des neuen Zentrums. Überdies wird eine starke österreichweite Vernetzung mit anerkannten ForscherInnen und Institutionen angestrebt.

Das Zentrum sieht sich als Anlaufstelle für Informationssuchende, die Initiatoren wollen aber auch pro-aktiv zur Aufklärung beitragen. "Ein ganz besonderes Anliegen ist uns die Aufklärung der Jugend", erklärt Harald Sitte, "ganz im Sinne von Wissenschaft macht Schule werden wir aktiv an Kinder und Jugendliche herangehen und über die Gefahren von Drogenkonsum aufklären." (APA, derStandard.at, 3.9.2014)

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