Rückhalt für Premier Sharif aus dem pakistanischen Parlament

2. September 2014, 17:20
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Innenminister Khan bezeichnete Proteste als "klare Revolte"

Islamabad - Bei den Massenprotesten gegen die Regierung in Pakistan hat sich das Parlament hinter den bedrängten Premierminister Nawaz Sharif gestellt. Innenminister Nizar Ali Khan rief die Abgeordneten beider Kammern am Dienstag in Islamabad dazu auf, die Demonstrationen zu einer "Revolte" zu erklären.

Der Oppositionsführer im Oberhaus, Aitzaz Ahsan von der Volkspartei PPP, sagte an Sharifs Adresse: "Sie sollten nicht zurücktreten, weil es gegen das Gesetz wäre, vor solchen Menschen zu kapitulieren." Die PTI von Ex-Kricket-Star Imran Khan, der die Proteste gegen Sharif mit anführt, hat ihre Abgeordneten aus dem Parlament abgezogen.

Innenminister Khan sagte mit Blick auf die Demonstranten: "Sie sind mit Schlagstöcken, Steinen, Bolzenschneidern und Äxten bewaffnet. Sie sind gut trainiert, und was sie tun, ist eine klare Revolte."

Am Dienstag blieben Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften in Islamabad bis zum Abend aus. Am Wochenende waren mindestens drei Menschen ums Leben gekommen und mehr als 500 weitere verletzt worden. Tausende von Imran Khan und dem Prediger Tahirul Qadri angeführte Demonstranten fordern seit Mitte Juni den Rücktritt des Premierministers, dem sie Wahlbetrug vorwerfen. Die Armee hat zurückgewiesen, dass sie die Demonstranten unterstütze. (APA, 2.9.2014)

  • Protestcamp vor dem pakistanischen Parlament in Islamabad.
    foto: ap/bangash

    Protestcamp vor dem pakistanischen Parlament in Islamabad.

  • Sharif-Gegner Tahirul Qadri und Imran Khan bei einer Kundgebung.
    foto: apa/epa/khan

    Sharif-Gegner Tahirul Qadri und Imran Khan bei einer Kundgebung.

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