Stadt im Internet beleidigt - Indonesierin droht Gefängnisstrafe

2. September 2014, 17:01
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26-Jährige nannte die Stadt Yogyakarta "arm, dumm und unkultiviert"

Weil sie im Internet eine Stadt beleidigt haben soll, droht einer Studentin in Indonesien eine lange Haftstrafe. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, bezeichnete die 26-Jährige die Stadt Yogyakarta im Sozialen Netzwerk Path als "arm, dumm und unkultiviert". Der Grund für ihre Wut war demnach, dass sie ihr Motorrad an einer Tankstelle nicht auftanken konnte, weil die Schlange zu lang war.

Screenshot machte die Runde

Ein Screenshot ihrer Nachricht machte in anderen Netzwerken wie Twitter und Facebook die Runde. Mehrere Gruppen beschwerten sich bei der Polizei, woraufhin die Jusstudentin am Sonntag festgenommen wurde. Sie entschuldigte sich und kam einen Tag später gegen Kaution frei. Die Ermittlungen dauern laut einer Polizeisprecherin an.

Im Falle einer Verurteilung drohen der jungen Frau bis zu sechs Jahre Haft. Sie könnte nach einem Gesetz angeklagt werden, das seit 2008 bestimmte Äußerungen im Internet unter Strafe stellt. Menschenrechtler sehen darin eine Einschränkung der Meinungsfreiheit. Sie kritisierten das Verhalten der Polizei als unverhältnismäßig und forderten, die Vorwürfe gegen die Studentin fallen zu lassen. (APA, 2.9. 2014)

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