Ottakringer kämpft mit Ungarn-Engagement

2. September 2014, 14:21
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Die Ungarn-Tochter macht dem Braukonzern weiter Kopfschmerzen. Im ersten Halbjahr sind die Zahlen trotzdem gut, in Österreich läuft das Geschäft

Wien - Der börsennotierte Brau- und Mineralwasserkonzern Ottakringer kämpft in Ungarn in seiner Brauerei Pecs mit Verlusten, die sich in den vergangenen Jahren kumuliert auf eine knapp zweistellige Millionenhöhe summiert haben dürften. In Pecs wurde vor einem halben Jahr das Management gewechselt. Trotz roter Zahlen in Ungarn schrieb der Ottakringer-Konzern bis Juni etwas mehr Gewinn.

Für die "Pecsi Sörfozde ZRt" unternimmt der Konzern noch einmal eine "Kraftanstrengung", das Ruder herumzureißen, hieß es am Dienstag zur APA. Pecs mache nach wie vor Sorgen, schreibt der Ottakringer-Vorstand im Halbjahresbericht: Die Umsätze seien weiter rückläufig und es sei dort "bisher nicht gelungen, den operativen Verlust im Vergleich zum Vorjahr zu reduzieren."

Kein Bier mehr aus Passau

Die Brauereiaktivitäten im grenznahen Passau hat Ottakringer indes beendet. Die im Frühjahr 2000 übernommene Innstadt AG habe Ende 2013 den Brauereibetrieb eingestellt, geht aus dem Halbjahresreport der börsenotierte Ottakringer Getränke AG weiter hervor. Die Marke Innstadt und alle Rechte wurden an den lokalen Konkurrenten Hacklberg verkauft, die meisten Innstadt-Mitarbeiter sowie Verwaltung und Vertrieb wanderten im Lauf des letztes Jahres zum Käufer. Die Firmenhülle Innstadt selbst blieb samt der Immobilie aber weiter im Besitz von Ottakringer.

Weil sich das Biergeschäft in Österreich positiv entwickle, rechnet Ottakringer für sein Segment "Brauereien" auch für das Gesamtjahr 2014 wieder mit einem Gewinn. Bier-Umsatz und Ergebnis würden in etwa auf Vorjahreshöhe erwartet. Im Gesamtkonzern soll der Umsatz leicht steigen, das Ergebnis wird stabil gesehen.

In den ersten sechs Monaten 2014 hat der Ottakringer-Konzern seinen Umsatz aus Getränkeverkäufen von 96,1 auf 98,3 Mio. Euro gesteigert. Zusammen mit Lohnabfüllungen, Handelswaren sowie Erlösen aus Vermietung, Verpachtung sowie Dienstleistungen lag der Umsatz bei 113,2 (107) Mio. Euro. Vor allem das Mineralwassergeschäft kurbelte die Umsätze an. Für das erste Halbjahr meldete Ottakringer einen leichten Nettogewinnanstieg von 2,46 auf 2,74 Mio. Euro.

Mehr Bier in Österreich

Die Bierverkäufe in Österreich sind im Konzern bis Juni um 5,7 Prozent gestiegen. Die Auslandsbierverkäufe sanken aber um 16,2 Prozent. Damit gab es insgesamt einen Rückgang um 2,6 Prozent. Beim Mineralwasserverkauf ("Vöslauer") gab es Verkaufszuwächse um 5,4 Prozent. In Summe wurden im Konzern in den ersten sechs Monaten fast 200 Millionen Liter Getränke verkauft (plus 1,8 Prozent).

Die Bierabsatzzuwächse des ersten Halbjahres lassen sich heuer bei den Brauern nicht auf das Gesamtjahr hochrechnen. Aufgrund der schlechten Wettersituation in den traditionell wichtigen Verkaufsmonaten Juli und August könne nicht davon ausgegangen werden, dass sich ein ähnliches Wachstum im Inland auch im zweiten Halbjahr fortsetzen wird. (APA, 2.9.2014)

  • Im ersten Halbjahr lief es gut für Ottakringer.
    foto: reuters/foeger

    Im ersten Halbjahr lief es gut für Ottakringer.

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