Zahl der Teilzeitbeschäftigten steigt in Niederösterreich

2. September 2014, 14:25
4 Postings

Frauen stellen mit rund 85 Prozent den Großteil der Teilzeitbeschäftigten

St. Pölten - Die Zahl der Teilzeitbeschäftigten ist in Niederösterreich 2013 auf 175.000 Personen angewachsen, das entspricht mehr als einem Viertel aller unselbstständig Erwerbstätigen. Vor zehn Jahren lag der Anteil noch unter 20 Prozent. Diese Entwicklung sei besorgniserregend, sagte Markus Wieser, Präsident der Arbeiterkammer NÖ (AKNÖ), bei der Präsentation einer Studie am Dienstag in Wien.

Das von der AKNÖ beauftragte Sozialforschungsinstitut SORA stellte anhand von qualitativen Interviews fest, dass Teilzeitarbeit eine Vielzahl an Problemen mit sich bringt. Hoher Arbeitsdruck, fehlende Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten, unzureichende Altersversorgung und langfristige Abhängigkeit vom Partner wurden als Beispiele genannt. Besonders betroffen sind Frauen, die mit rund 85 Prozent den Großteil der Teilzeitbeschäftigten stellen. Die kürzere Arbeitszeit ist laut Wieser oft nicht freiwillig gewählt.

17 Prozent wünschen sich keine Vollzeit-Stelle

Die Statistik Austria ermittelte 2013 im Rahmen der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung, dass nur 17 Prozent der Niederösterreicherinnen keine Vollzeit-Stelle wünschen. 42 Prozent wählten eine Teilzeit-Job aufgrund von Betreuungspflichten von Kindern oder pflegebedürftigen Erwachsenen. 12,5 Prozent hatten keine Vollzeit-Stelle gefunden, vor allem im Handel oder Dienstleistungsbereich. Im Vergleich dazu wählten Männer die verkürzte Arbeitsform überwiegend in jungen Jahren, etwa begleitend zu einer schulischen Ausbildung.

Als Maßnahmen forderte Wieser daher einen Ausbau des Kinderbetreuungsangebots in NÖ für unter Zweijährige sowie den Ausbau der Ganztagsschulen bzw. ganztägigen Betreuung. Zudem führte der Präsident eine gerechte Verteilung der Arbeit durch Überstundenreduktion - ein Großteil der Mehrarbeit entsteht bei Teilzeitbeschäftigten, Chancengleichheit bei betrieblicher Weiterbildung und beruflichem Aufstieg sowie einen Rechtsanspruch auf ein "Papamonat" mit entsprechender finanzieller, arbeits- und sozialrechtlicher Absicherung als Ziele an. (APA, 2.9.2014)

Share if you care.