Einfamilienhäuser: Angebot legte stark zu

2. September 2014, 13:54
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Preise weitgehend stabil – aber deutliche Preiskorrekturen im Westen

Im ersten Halbjahr 2014 wechselten in Österreich 4.021 Einfamilienhäuser den Besitzer, die neuen Eigentümer zahlten dafür insgesamt 924,7 Millionen Euro oder im Durchschnitt knapp 230.00 Euro pro Stück. Der Median-Verkaufspreis lag bei 189.291 Euro, dieser stieg damit um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Zahlen gab das Makler-Netzwerk Remax am Dienstag bekannt, sie beruhen auf Kaufpreisdaten-Auswertungen von ImmoUnited.

Meiste Transaktionen in NÖ

In Niederösterreich, wo jede vierte Einfamilienhaus-Transaktion stattfand (1.010 verkaufte Häuser), lag der Durchschnittspreis bei 158.550 Euro und damit um 5,6 Prozent über dem Wert des ersten Halbjahrs 2013. In Oberösterreich bekamen 758 Häuser neue Eigentümer, der Durchschnittspreis stieg um 6,5 Prozent auf 189.533 Euro. Dies war bundesweit der höchste Preisschub, heißt es in der Aussendung.

Die Steiermark liegt aufgrund der geringeren Preise pro Einfamilienhaus wertmäßig hinter Oberösterreich auf Platz 3 im Einfamilienhaus-Ranking: Um 142 Millionen Euro wechselten die Besitzer der 790 steirischen Einfamilienhäuser, die im ersten Halbjahr 2014 typischerweise 158.081 Euro kosteten. Das bedeutet einen Wertanstieg von 1,2 Prozent im Jahresvergleich.

Die Zahlen für die weiteren Bundesländer: Tirol (266 verkaufte Häuser/355.922 Euro im Schnitt, -3,5 Prozent), Salzburg (204 Häuser/315.385 Euro, -9,2 Prozent), Vorarlberg (214 Häuser/273.043 Euro, -3,3 Prozent), Kärnten (372 Häuser/161.874 Euro, -2,0 Prozent), Burgenland (267 Häuser/93.954 Euro, +0,3 Prozent), Wien (140 Häuser/432.752 Euro, +1,3 Prozent).

Angebot nahm zu

Die Anzahl der angebotenen Häuser habe im Jahresvergleich um rund zehn Prozent zugelegt, berichtet ImmoUnited-Chef Roland Schmid, der diese Daten über seine Plattform Imabis ausheben ließ. Dieses größere Angebot sei auch in allen Bundesländern zu verzeichnen. "Interessant dabei ist, dass das Angebot für Häuser vor allem in den westlichen Bundesländern Vorarlberg, Tirol und Salzburg am deutlichsten gestiegen ist, also in jenen Bundesländern, die im selben Zeitraum deutliche Preiskorrekturen hinnehmen mussten“, analysiert Remax-Österreich-Chef Bernhard Reikersdorfer.

Das mit Abstand umfangreichste Angebot für Häuser gibt es derzeit im Bundesland Niederösterreich, gefolgt von der Steiermark und Oberösterreich. Das kleinste Angebot an Einfamilienhäusern findet man in Vorarlberg.

Preisrückgang erwartet

Reikersdorfer erwartet für die nächsten zwölf Monaten sehr moderate Entwicklungen bei den Einfamilienhäusern: Ein leichtes Ansteigen der Nachfrage um 1,2 Prozent sowie um 0,9 Prozent beim Angebot sollte "in Verbindung mit der gesamtwirtschaftlichen Situation die Preise minimal nach unten drücken". Erwartet wird ein Preisrückgang von 1,3 Prozent.

Allerdings nicht in allen Bundesländern: In Niederösterreich und Vorarlberg könnten die Preise auch leicht zulegen. Das flächenmäßig größte Bundesland ist schließlich auch jenes mit der am weitesten geöffneten Preisschere zwischen den billigsten und den teuersten Einfamilienhäusern. Ein Viertel der Einfamilienhäuser in Niederösterreich kostete im ersten Halbjahr 2014 weniger als 75.000 Euro, ein Viertel mehr als 238.000 Euro. (red, derStandard.at, 2.9.2014)

  • Die Zahl der Einfamilienhäuser, die zum Kauf angeboten werden, lag im ersten Halbjahr 2014 um rund zehn Prozent über dem Vorjahreswert.
    foto: derstandard.at

    Die Zahl der Einfamilienhäuser, die zum Kauf angeboten werden, lag im ersten Halbjahr 2014 um rund zehn Prozent über dem Vorjahreswert.

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