Herzinfarktrisiko: Fetthormon Chemerin als Indikator

2. September 2014, 12:37
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Mit dem Biomarker Chemerin hoffen Karrdiologen, das Risiko von Schlaganfall und Herzinfarkten prognostizieren zu können

„Das Fetthormon Chemerin könnte mit seiner starken Vorhersagekraft eine Rolle als wichtiger Biomarker für das Risiko kardiovaskulärer Ereignisse wie Herzinfarkt oder Schlaganfall übernehmen.“ So fasst Andreas Leiherer (VIVIT, Vorarlberg Institute for Vascular Investigation and Treatment) die Ergebnisse einer über vier Jahre laufenden Studie mit 495 Teilnehmern zusammen, die auf dem Europäischen Kardiologenkongress (Kongress der European Society of Cardiology, ESC) in Barcelona vorgestellt wurde.

„Chemerin könnte sowohl bei der Identifikation von neuen Patienten mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko, als auch zur Überwachung der Wirksamkeit entsprechender Behandlungen, oder sogar auch für die Entwicklung zukünftiger pharmakologischer Therapieformen nützlich sein.

Brustschmerz und Puls

Chemerin wird in Fettzellen gebildet und spielt eine wichtige Rolle für deren Ausdifferenzierung und Stoffwechsel. Es ist aber auch an diversen anderen Vorgängen beteiligt, etwa der Regulierung der Immunabwehr.

In der Studie an Patienten mit typischen Symptomen für die koronare Herzkrankheit wie Brustschmerz (Angina pectoris) Atemnot oder erhöhter Puls wurde mittels bildgebender Verfahren (Koronarangiographie) das tatsächliche Vorliegen einer Verengung der Herzkranzgefäße festgestellt und die Häufigkeit des Auftretens kardiovaskulärer Ereignisse im Zusammenhang mit der Chemerin-Konzentration im Blut ermittelt.

Patienten mit hohen Chemerin-Werten wiesen zu Studienbeginn nicht nur eine schlechtere Nierenleistung auf als solche mit normalen oder niedrigen Chemerin-Werten, dieser Unterschied verstärkte sich im Laufe des vierjährigen Beobachtungszeitraums auch noch deutlich.

Gefürchtete kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinfarkt oder Schlaganfall traten viel häufiger bei Patienten mit hohen Chemerin-Konzentrationen auf, unabhängig davon, ob deren Nierenleistung bereits beeinträchtigt war, oder ob sie Übergewicht, Diabetes oder die koronare Herzkrankheit hatten. (red, derStandard.at, 2.9. 2014)

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